Wald - mal andersARTig

Hier mal wieder ein Bericht aus dem Photo-Alltag mit nicht nachbearbeiteten Bildern (OOC, verkleinert), der sich mit einer stinknormalen kleinen PEN mit Kit-Zoom nachvollziehen lässt...

Was tut man, wenn die Familie am Sonntagnachmittag noch dringend frische Luft braucht und das Wetter nur mit VERHANGEN treffend zu beschreiben ist? Man sucht sich ein Ziel wie das Walderlebniszentrum Tennenlohe (zwischen Erlangen und A3), was Kindern wie Eltern ein wenig Abwechslung verspricht.

Klar, dass ich wenigstens die kleine Pen (PL-3 mit 14-42 IIR) mit einpacke - es KÖNNTE ja ein einzigartiges Motiv geben, oder es klart plötzlich auf, oder... (was man sich so alles einbildet in der photographischen Verzweiflung!)

Und dann bot der graue kahle Wald tatsächlich eine erstaunliche Menge an Motiven.
Aber wie einfangen? Das Wetter war nun wirklich SO trist, dass der Bildstabi (IS) angesichts sehr grenzwertiger Belichtungszeiten stark gefordert war und zudem "normal belichtete" Photos meistens doch ziemlich langweilig ´rüberkamen.

Aber es gibt ja zum Glück noch die Spielerei mit den ART-Filtern, die jedes einigermaßen solide Motiv doch gewaltig visuell aufmotzen können...

Dieser kleine Bericht soll einige Impressionen solcher Effektfilter-Bilder zeigen.

Zunächst begegnete uns ein echter Moosmann - hier seine Füße:

Effektfilter Pop Art, Brennweite 22mm, F 6.3, 1/13s, ISO 400, IS1
In der Nähe waren auch andere wilde Gestalten mit stechendem Blick anzutreffen, die man mit einem Miniatureisenbahnblick-Filter gut aus der Masse herausheben kann:

Effektfilter Diorama, Brennweite 27mm, F 4.6, 1/50s, ISO 800, IS1
Kein Wunder, dass angesichts dieser Augen alles flüchtet, was genügend Beine hat... Dieser Hase ließ sich (neben anderen Tieren im Unterholz) auch schon von ferne von einem Jägerstand aus beobachten:

Effektfilter Diorama, Brennweite 28mm, F 4.6, 1/80s, -0.3 EV, ISO 800, IS1
Alsbald verzauberten Kiefernstämme mit magischen Zeichen die Szenerie im diffusen Abendlicht - dieser Eindruck muss natürlich wieder farblich poppig verstärkt werden...

Effektfilter Pop Art, Brennweite 42mm, F 5.6, 1/10s (!), ISO 800, IS1
Die beiden Bäume links im Vordergrund mit derselben Brennweite zur Wurzel verfolgt, ergibt sich mit dem gleichen Filter ein ebenso unwirkliches, aber farblich ganz anderes Bild:

Effektfilter Pop Art, Brennweite 42mm, F 5.6, 1/13s (!), ISO 800, IS1
Einige Hobbits aus diesem Märchenwald sind an den hier abgebildeten martialischen Ringen bestimmt schon erhängt worden - oder sind es doch Trimm-Dich-Ringe (?):

Effektfilter Dramatischer Effekt, Brennweite 41mm, F 5.6, 1/8s (!), ISO 800, IS1
Egal. Dieser Wald kann einem gar nicht geheuer sein. Schon beim Blick in den Himmel wird einem mulmig zumute:

Effektfilter Lochkamera, Brennweite 27mm, F 5.0, 1/80s, ISO 3200 (!), IS1


Wir flüchteten in der beginnenden Dunkelheit. Immerhin aber mit den obigen Beweisphotos, die zeigen (sollen), dass ART-Effektfilter nicht so überflüssig sind, wie es ihnen manchmal zugesagt wird. Eine Nachbearbeitung am Rechner haben sie mir jedenfalls erspart.

Vielleicht (hoffentlich!) fühlt sich der/die Eine oder Andere ja animiert, die ART-Filter ebenfalls mal als Lichtqualitäts-Ersatz bei schlechtem Wetter einzusetzen und die Ergebnisse zu zeigen. Das würde mich freuen!

Kommentare

  1. gefällt mir sehr gut. Ich hatte den gleichen Gedanken:
    http://usColonius.de

    Weiter so!
    Reinhard

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  2. Hallo Ulf,

    vielen Dank für dieses nette Intermezzo. Zum richtigen Filter gehört immer auch der, der das Motiv erstmal überhaupt sieht und da zeigst du, dass du sehr gut hingeschaut hast :-)
    Klasse Ideen, mir hat es vor allem der Baum mit den zwei Füßen angetan.

    Lieben Gruß
    Wolfgang

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  3. Danke für Eure freundlichen Kommentare! Ja, der Grat bei Effektfiltern ist immer schmal zwischen "interessant" und "belanglos", und man (ich!) muss stets aufpassen, den Filtereffekt nicht ANSTATT eines lohnenden Motivs einzusetzen. Das ist die eigentliche Gefahr.
    Liebe Grüße zurück an Euch zwei und alle anderen Experimentierfreudigen!

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