Donnerstag, 1. Dezember 2016

Firmware 4.2 für E-M1


Heute ist die neue Firmware 4.2 für die E-M1 herausgekommen.
Diese Firmware hat einen heftigen Bug - wenn man die Aufnahmeansicht abschaltet, funktionieren einige Funktionen der Kamera nicht mehr:
- Fokus Stacking
- Keystone
- HDR
- Sternenlichtmodus (Szeneprogramm)

Was geht, sind
- Mehrfachbelichtungen
- e-Porträt

Bitte deshalb diese Firmware noch NICHT installieren!

Update:
Irgendwer hat aufgebracht, dass sich das Problem nach einem Komplettreset erledigt hätte. Das stimmt NICHT! Nach einem Reset steht lediglich die Aufnahmeansicht wieder auf Default: 0,5s. Ich melde hier, wenn es zu dem Thema was verlässlich Neues gibt!

Update II:
Nach längeren Tests scheint es, als würde Stacking mit 12-40, 60er Makro und 40-150 wie gewohnt funktionieren, HDR funktioniert nur mit 12-40, Keystone und Sternenlichtmodus funktioniert gar nicht. Wer bereits die 4.2 drauf hat und diese Funktionen benötigt, die Aufnahmeansicht einschalten. (Es ist dabei egal, ob 0,3sek oder länger. Auch "Auto" geht.) Sobald dieses Feature aktiviert ist, funktioniert die Kamera problemlos. Die Aufnahmeansicht springt übrigens nur an, wenn der Auslöser NICHT gedrückt ist. Sie stört also bei Serienaufnahmen überhaupt nicht. Solange der Auslöser auch nur halb gedrückt ist, gibt es keine Aufnahmeansicht. 

Update III:
Es gibt Meldungen, dass sich das Problem bisweilen nach einem Reset bessert und nach mehreren Anwendungen wieder schlimmer wird. Dies sind aber Einzelfälle. 

Dienstag, 29. November 2016

Ultrararität - Metz Stabblitz 50MZ-5 in Acryl

Zur Abwechslung mal was ganz Anderes: Ein ultraseltenes Gerät aus Zirndorf. Ich habe vor einem Jahr gerüchteweise gehört, dass es einmal einen Metz-Stabblitz in Acrylglas gegeben haben soll - für die Messe als Ausstellungsgerät. Das hat mich natürlich brennend interessiert und ich habe bei Metz nachgehakt. Und seit ein paar Tagen liegt das Gerät hier - es ist zwar nicht aus Acrylglas, sondern aus einem anderen Kunststoff - aber transparent ist das Gerät.
Ich habe da mal die PEN-F mit einer Schiene vom Metz76er drangeschraubt, unter das Steuergerät einen SCA3202 und dann mal auf ein kleines Berlebach zum fotografieren.


Normalerweise muss da noch der grüne Akkupack rein, aber den habe ich weggelassen - die Farbe hätte da jetzt nicht so ganz gepasst.


Das hier ist das Steuergerät mit einer beeindruckenden Knopftastatur und dem AF-Hilfslicht.


Der Blitzkopf. Da passen zwei FL-300R rein - und dann ist noch Platz.


Ein großer Metz hat natürlich einen Zweitreflektor - genauer: Einen Zweitblitz für den Nahbereich.


Und natürlich kann man den Blitz auch drehen und kippen. Die Leitzahl 70 bei 52mm FT-Brennweite. Das rummst gewaltig. Sicherheitsabstand ist angesagt. Der Metz kann mit einem externen Powerpack auch nochmal beschleunigt werden - und wenn es ihm dann zu heiß wird, dann wird nicht etwa der Blitz abgeschaltet, sondern nur die Blitzwiederholrate reduziert. Es soll aber Leute geben, die es trotzdem geschafft haben, einen Metz-Stab so zu knechten, dass die Frontscheibe davongeschmolzen ist.
Ab und zu verkauft jemand so eine Waffe bei ebay - um die 130 Euro werden dafür aufgerufen. Den Nachfolger, den 76 MZ-5 gibt es noch in Einzelstücken neu um etwa 650 Euro. Leider braucht man zum Betrieb an den Olys den SCA3202, der selbst gebraucht, wenn man überhaupt noch einen auftreibt, nicht unter 50 Euro zu kriegen ist.

Wer braucht so etwas? Es geht nicht nur darum, Leute anzublitzen, die auf der anderen Seite des Fußballfeldes stehen, es geht vor allem um extreme Blitzwiederholzeiten. 15fps, wie es die neue E-M1II mit dem mechanischen Verschluss kann, kann dieser Blitz auch.

Montag, 28. November 2016

Akkus - jetzt wird's kriminell.

Ich habe jetzt aus London (Danke Tobias!) einen BLN-1 bekommen, den ich hier mal neben einen meiner eigenen BLN-1 gelegt habe:



Sieht bis auf die chinesischen Schriftzeichen ziemlich gleich aus? Sogar das UL-Zeichen ist drauf.



Von der anderen Seite fällt auf: Der graue Aufkleber fehlt. Und obwohl der Akku ein Jahr neuer ist als meiner, hat er nach dem Laden im Originallader nur noch 7,93 V, der Originalakku 8,6 Volt.
Kurze Messung des Thermowiderstandes: 10 kOhm, der danebenstehende Originale (gleiche Temperatur) 11,7 kOhm.
Der Akku ist dann auch nach etwa eineinhalb Stunden plötzlich leer, Leerlaufspannung: 6,78V



Nach dem Öffnen, das wie üblich in wenigen Sekunden geht:
Siehe da, da wird mal wieder Zelle durch Schaumstoff  ersetzt. Zum Größenvergleich daneben einen der bisherigen Clone gesetzt. Elektronik ist die bekannte RHWBLN1-M1-Platine, diesmal sogar mit lesbarer Schrift auf den ICs.


Die Zellen sind  LP553436AB - Lishen 720mAh-Zellen. Zur Erinnerung: Außen steht was von 1220mAh. Man weiß halt nie, was drin ist. 720mAh-Zellen waren allerdings bisher der frechste Betrug. Damit die Mini-Zellen nicht im Gehäuse scheppern sind sie mit viel aufgeklebter Pappe passend gemacht.

Duracell, aka PSA-Parts in London, hat ja seinerzeit nicht auf meine Anfrage reagiert, aber Katharina (DANKE!) hat mir jetzt einen brandneuen Duracell-Akku gespendet. Die Verpackung sieht so aus:



Und so sieht der Akku auf der Rückseite aus.



Wie man sieht, hat Duracell ein anderes Gehäuse, bei dem man nicht einmal mehr die Vertiefung eingebaut hat, die das Originalgehäuse simulieren soll. Das Gehäuse ist einen halben Millimeter dicker als das Original und passt gerade eben noch so in den Schacht. Da darf aber auch gar nichts mehr passieren.
Messung des NTCs: Raumtemperatur 7,58kOhm, Bei 35°: 7,58kOhm. Die Hersteller in China haben anscheinend auf meine Posts reagiert und bauen jetzt andere Festwiderstände ein. Das freut den Blogger doch, dass er Wirkung erzielt.
Der Duracell-Akku wird leer angeliefert, nach dem ersten Laden erreicht er gerade mal eine Ladeschlusspannung von 7,94 Volt. Das ist ein bisschen mager, also den Akku gleich nochmal ins Ladegerät gesetzt. Na, immerhin, jetzt macht das Ladegerät bei 7,96 Volt Schluss. Eventuell mag das Ladegerät keinen Akku, dessen NTC so einen geringen Widerstand liefert? Immerhin teilt der Akku dem Ladegerät ja mit, dass es ihm schon ziemlich warm ist....
Der Akku hält dann doch länger als gedacht, erst nach fast drei Stunden meldet sich das rote Blinklicht. Eine Nacht ruhen lassen, neu einlegen, siehe da, der Akku meldet voll. Für drei Minuten. Dann ist er auf einmal halb leer. Fünf Minuten später blinkt er rot. Und fünf Minuten später ist es dann endgültig vorbei. Entladeschlussspannung 6,75 Volt.
Kleine Feststellung am Rande: Bei beiden Akkus schaltet der Batteriegriff der E-M1 bei LiveComposite nach Ladeschluss einwandfrei auf den internen Akku um.
Und nun wird der Duracell-Akku geschlachtet:
Das Gehäuseplastik fühlt und hört sich deutlich anders an, als der Standard-Clone. Offen ist er aber noch schneller als die anderen Gehäuse, da wurde an der Verklebung der beiden Gehäusehälften gespart.



Innen drin ist - wie bereits bei den Messungen vermutet - eine neue Platine: BOL10-JC-1C und Zellen HL063443AR-AA00 1690AYA. Hersteller? Unbekannt. Eventuell kann ja ein Leser hier weiterhelfen. Hier sieht man, dass bei diesem Akku der Gummistreifen, der die Platine vom Akku isoliert, deutlich dicker geworden ist. Und der zweite Blechstreifen hat auch eine Isolierung bekommen.


Die beiden Schaltungen im Vergleich:



Die neue (unten) hat den "NTC" bei R7 - ein SMD-Festwiderstand, was sonst. Neu ist  der achtpolige IC in der Mitte, freundlicherweise ohne Type. Auch eine Behandlung mit Alkohol hat keine Typenbezeichnung zu Tage gefördert. Dies ist der "Info-Chip", der bei manchen Clones neuerdings in der Beschreibung steht und an die I-Schnittstelle angeschlossen ist. Leider ist er an nichts anderes außer an die Widerstände R6 und R8 angeschlossen - und natürlich Masse und Spanung. Diode 1( D1), die für die Verbindung zum Rest der Schaltung zuständig ist, ist nicht bestückt. Der Chip liefert also an das Ladegerät unter Umständen Informationen - nur haben die mit dem Akku nichts zu tun. Gleiche Methode wie beim NTC. Alles nur Show - dient dazu, böse Tester aufs Glatteis zu führen. Man fragt sich, wer da nun der Betrogene ist: Der Händler, der den Versicherungen der China-Lieferanten glaubt, oder der Endverbraucher, der den Händlern glaubt? Auf jeden Fall ist nun klar, warum der Olympus-Lader den Duracell-Akku nicht mal auf 8 Volt lädt. Die Information aus dem Akku, die über die Schnittstelle geliefert wird, teilt dem Ladegerät mit, dass der Akku schon ziemlich kaputt ist. Klar - jede andere Information ist nicht "safe", weil sie dazu führen würde, dass der Oly-Lader den Duracell-Akku gnadenlos überladen und die Clone nach einem Jahr reihenweise beim Laden in Flammen aufgehen würden.

Fazit: Es wird nicht besser, im Gegenteil. Und wer glaubt, das wären alles Sonderfälle, der lese sich mal das hier durch. Da geht's um Maschinenakkus...

Ach ja - warum ich "kriminell" in die Titelzeile geschrieben habe? Jo, der Verkauf von gefälschter Markenware ist nun mal kriminell - und die Angabe von falschen Daten auf elektrischen Geräten ist auch nicht sehr fein.

Kleiner Nachtrag: Ich habe von Tobias noch ein Vergleichsfoto bekommen. Einmal "Echter Fernost-Akku" und einmal "gefälschter Fernost-Akku":


Links Fälschung, rechts Original. Die Aufkleber sind für den normalen Kunden ohne den Vergleich nicht für falsch zu halten (Einziger Fehler: Beim "Made in Japan" ist bei der Fälschung Japan klein geschrieben) Untrüglicher Hinweis auf Billigclone ist dagegen immer das Fehlen der fünf Prüfkontakte unter dem Aufkleber an der Kontaktseite.
Tobias hat jetzt eine Quelle aufgetan, die Original-Olympus-Akkus für 20 Pfund verkauft. Nach "Genuine Original Olympus BLN-1" suchen. Allerdings sind die schon 4 Jahre alt.


Freitag, 25. November 2016

Drei Wochen Kanada

Der folgende Bericht wurde von Martin Groth, Hamburg verfasst:
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Drei Wochen Kanada!

Wir hatten uns für unser „erstes Mal“ Kanada gleich etwas besonders ausgesucht. Eine Woche lang wollten wir Bären und Adler, vielleicht sogar Wölfe, Otter und andere Tiere beobachten und fotografieren. Und das nicht in der geschützten Umgebung eines Zoos oder anderer „sicherer“ Umgebungen, sondern mitten in der Wildnis, und ohne Zäune zwischen uns und den Tieren.

Die Vorbereitungen zogen sich in die Länge, Visa musste beantragt, Flüge und Unterkünfte gebucht werden. Die fotografische Ausrüstung wurde zusammengestellt. Zwei Kameras für jeden von uns, dazu die Objektive, die wir meinten, dass wir sie gebrauchen könnten. Tele, klar, das 300/4.0 musste mit, dann das 40-150/2.8, dazu noch etwas Weitwinkliges für die Stadt, vielleicht noch ein Makro? Da wir mit einem Helikopter in die Wildnis geflogen werden sollten, war das Gepäck stärker limitiert, als bei normalen Linienflügen. 25kg pro Person, aber komplett, incl. Handgepäck.  Akkus, Ladegeräte (Stromversorgung im Camp nur stundenweise aus einem Generator) – auch das war dann irgendwann in trocknen Tüchern.



Am letzten Juli-Sonntag ging es dann mit Condor direkt von Frankfurt nach Whitehorse / Yukon. Whitehorse begrüßte uns mit strahlendem Wetter, die Einreise war unspektakulär („was machen Sie in Kanada?“ – „Ferien“ – „Have fun!“), Shuttleservice zum B&B, dann ausspannen. Whitehorse ist nicht das, was man eine „Metropole“ nennen könnte, der Ort lebt von seiner Goldgräbervergangenheit, ist aber sonst eher „überschaubar“. Hier starten viele Aktivitäten auf dem Yukon oder in die Wildnis.
Die Unterkunft erwies sich als Volltreffer. Gemütliche Zimmer, und das Frühstück wurde gemeinsam an einem großen Tisch eingenommen.

Dann kam der Tag, an dem wir für die Reise in die Wildnis abgeholt wurden. Mit einem Kleinbus fuhr uns Gina, eine quirlige Kanadierin, Richtung British Columbia. Die Straße wurde enger, ging von Asphalt in Schotter über, wir fuhren durch die wunderschöne Kanadische Landschaft mit Wäldern, Seen und Bergen. Nach knapp 180km erreichten wir Atlin. Dieser kleine Ort, mit nur 500 Einwohnern, liegt spektakulär an einem See, im Hintergrund hohe Berge der Rockies, am Strand dümpelten ein paar Wasserflugzeuge – Postkarten-Kitsch! Und eben wegen dieser Aussicht hatte der Veranstalter hier noch eine Nacht eingeplant. Rustikale kleine Restaurants, einheimisches Bier, eine sehr gemütliche Unterkunft – so konnte es losgehen.





Der nächste Tag – Abflug ins Camp! Wir wurden an unserer Unterkunft abgeholt und drei Minuten zum winzigen Helikopter-Flugplatz gefahren. Dort wartete bereits „unser“ Heli, mit „Norm“, unserem  Piloten. Unsere kleine Vierergruppe passte genau rein, vorne einer, hinten drei. Gepäck wurde verladen (mein Fotorucksack passte natürlich nicht mehr mit rein und sollte im nächsten Flug folgen), dann ging es in die Luft.
Wir flogen über ausgedehnte Wälder, Seen, Schluchten, bis wir nach gut einer halben Stunde Flug in einem Flusstal runter gingen, wo wir dann schon die Hütten am Ufer sehen konnten. Norm setzte auf einer Kiesbank auf, das Gepäck wurde ausgeladen, dann flog der Heli wieder zurück.
Wir wurden Phil, dem Chef und Bären“Guru“, der diese Events seit gut 40 Jahren anbietet, begrüßt, außerdem von Ross, seinem Sohn, und die beiden Schwestern Anna und Aymee, alles ausgebildete Guides, die in dieser Woche für unsere Sicherheit und Wohlbefinden sorgen sollten. Komplettiert wurde das Team durch Fran (Kurzform von „Francis“), einer 83 Jahre alten weißhaarigen Dame, die als Köchin für unser leibliches Wohl zuständig war.
Es folge eine Sicherheitseinweisung. Die Philosophie, mit der Phil sein Camp betreibt, beruht auf einer friedlichen Co-Existenz von Bären und Menschen. Der Mensch ist nur Gast in der Wildnis, der Bär ist hier zuhause. Daher wird der Bär nicht verjagt oder anderweitig daran gehindert, in die Nähe des Camps zu kommen. So lange die Bären ausreichend Freiraum und  Rückzugsmöglichkeiten haben, und nicht in ihrer Bewegungsfreiheit eingeengt werden, gibt es keinen Ärger. Das führt natürlich dazu, dass Bären auch mal durchs Camp laufen. Für uns bedeutete das, dass wir immer dann, wenn wir die Haupthütte oder unsere Wohnhütten verlassen wollten, uns umsehen und erstmal die Lage peilen mussten. Und das auch nachts, wenn man mal zum Toilettenhaus wollte.



Wir bezogen unsere kleinen Hütten, die mit Doppelbett, zwei Borden, zwei Kleiderstangen (aus Ästen!) und einem kleinen Bollerofen, zwar spartanisch, aber ausreichend ausgestattet waren. Jede Partei hatte weiterhin eine abgetrennte Dusche mit WC und Waschbecken im Waschhaus. Das war’s. Im Haupthaus gab es einen großen Tisch, wo gemeinsam gegessen wurde. Die Küche schloss sich direkt an. Dazu gab es einen kleinen Tisch mit einem Haufen Steckdosen. Und vor dem Haupthaus, zum Fluss hin, gab es eine große Plattform, auf der wir Stühle und einen Tisch fanden. Hier konnte man in Ruhe die Bären beobachten. Für die Bärenbeobachtung gab es einfache Regeln: Hinsetzen, Schnauze halten, keine hektischen Bewegungen! Und – wir waren kaum 20 Minuten im Camp, schon kam der erste Bär den Fluss herauf. Mein Fotorucksack war ja noch nicht da, aber ich hatte schon eine E-M1 mit 40-150 dabei, wir konnten also diese erste Begegnung in vollen Zügen genießen.




Und damit begann eine Woche in der Kanadischen Wildnis, die wir wohl nicht so schnell vergessen werden. Der Fluss war voller Lachse, die Bären hatten also ausreichend Gelegenheit sich die Bäuche voll zu schlagen. Wir erlebten Bärinnen, die mit ihren zwei oder drei Jahre alten Jungen den Fluss herauf kamen, Youngster, die ihre ersten Erfahrungen mit dem Fangen von Fischen sammelten, eine Bärin, die mit ihrem Jungen ins Camp kam, und sich nur wenige Meter von uns entfernt ausgiebig an einem Baum schubberte. Weißkopfseeadler konnten wir täglich beobachten. Wir sahen Otter, anderes Geflügel, sogar einen Kolibri! Nur Wölfe bekamen wir nicht zu Gesicht.







Natürlich konnten wir das Camp auch verlassen, um an anderen Stellen direkt am Ufer Bären und Adler zu beobachten. Diese Ausflüge fanden allerdings immer in Begleitung eines Guides, welche(r) immer ein großkalibriges Gewehr dabei hatte, statt. Es gibt keine 100%ige Sicherheit, und auch nach 40 Jahren kann immer noch was passieren.










Wir fühlten uns aber immer sehr sicher.
Von Fran wurden wir in der Woche wunderbar verköstigt. Es war erstaunlich, was trotz der eingeschränkten Bedingungen aufgetischt wurde. Immerhin konnte man nicht mal schnell einkaufen gehen, wenn was fehlte. Üppiges kanadisches Frühstück mit Eiern, Toast, Speck und Ahornsirup, ständig selbst gebackene Muffins und Kuchen, frisches Brot, abends Bier und Wein, jeden Abend ein Drei-Gänge-Menü. Es war einfach großes Kino!
Fotografisch war die Woche eine echte Herausforderung! Das Camp war umgeben von hohen Bäumen, gelegen im Flusstal an dessen Seiten die Hänge teilweise steil anstiegen. Das Licht war meist mäßig, und wenn die Sonne mal hinein schien, schnell hart und grell.



Bären bewegen sich erstaunlich schnell, sind eigentlich ständig in Bewegung. Um diese Bewegungen einigermaßen „einfrieren“ zu können, waren Belichtungszeiten von 1/800 oder schneller notwendig. Das wiederum führte dazu, dass ich die ISO-Werte recht üppig wählen musste. Wenn man dann die Belichtung richtig einstellt, ist das auch alles kein Problem. Leider habe ich das oft nicht beherzigt, habe zu schwach belichtet, weshalb die Qualität der Bilder doch teilweise arg gelitten hat. „Expose to the right“ ist in solchen Situationen eine Bank, wie ich feststellen konnte!





Da wir wussten, dass wir nur wenige Stunden täglich zum Laden der Akkus zur Verfügung haben würden, habe ich auch den Hähnel-Cube dabei gehabt. Und das war gut so! Akkus waren eines der Hauptprobleme in der Woche. Dadurch, dass man eigentlich ständig die Kamera am Auge hatte, ständig korrigiert oder fokussiert, immer wieder Bilderserien geschossen, Bilder am Monitor kontrolliert hat, zeigte der Akku teilweise schon nach 30 Minuten nur noch halbe Kraft an. Das Laden mit dem Cube ist zwar nicht unbedingt akku-schonend, aber eben recht schnell. Und das war sehr wichtig.



Viel zu schnell ging die Woche rum. Der Rückflug war ähnlich großartig wie der Hinflug. In Atlin wurden wir dann wieder von Gina in den Bus gesetzt und fuhren nach Whitehorse. Dort hatten wir noch eine Übernachtung. Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Vancouver.
Eine kleine und gemütliche Wohnung in Kitsilano, die wir über AirBnB gebucht hatten, sommerliches Wetter, freundliche Menschen und eine wunderschöne Stadt mit spektakulärer Skyline. Die Stadt bietet genug für mindestens eine Woche. Für uns war es eine wunderbare Ergänzung unserer Reise in den Norden Kanadas. Und wir haben uns fest vorgenommen, dass wir nicht zum letzten Mal dort gewesen sind. Ob wir nochmal einen solchen Camp-Aufenthalt machen können, steht noch in den Sternen. Man muss ca. 1,5 Jahre vorher buchen, und das ist schon ein logistisches Problem. Mal ganz abgesehen von den finanziellen Herausforderungen.

Mittwoch, 23. November 2016

E-M1II - Alltagsarbeit

So, die ersten Tage mit der E-M1II sind rum, die Kamera fühlt sich mittlerweile so an, als hätte ich sie schon länger und die eine oder andere Einstellung an der Kamera habe ich mittlerweile an meinen Workflow angepasst.

Das hier ist zum Beispiel mit MF gemacht, weil die Kamera bei dem Studiolicht mit dem alten 14-54 Probleme hatte, auf das Dekolleté scharfzustellen. Beim 35-100 f/2 ging das, mit dem 14-54 nur schlecht. Rot ist immer noch ein Problem, aber das hatten wir ja schon. Wie sich genau meine FTs im Vergleich verhalten ist einen Versuch in den nächsten Tagen wert. Die Kamera stand hier auf dem Stativ, schlicht weil ich eine Hand für die Nebelmaschine brauchte.

Echtbetrieb: Symphonisches Blasorchester Beilngries. Hier: Generalprobe.

 
Objektiv 50-200 alt, ISO 3200, f/3,5, 1/100s. Der Autofokus ist unter diesen Bedingungen extrem schnell und exakt. Ich hatte eigentlich keinen Ausschuss, wenn ich selbst gut gearbeitet habe.

Stabi:

Rolltreppe abwärts, hier eine Drittel Sekunde. Mehr als eine Sekunde ist beim besten Willen freihand ohne Anlehnen nicht drin, schlicht weil das eigene Schwanken dann zu groß wird. Mit Anlehnen oder Aufstützen liegt die Grenze bei der eigenen Nervenstärke. Bei 15 Sekunden habe ich abgebrochen, weil ich es irgendwann albern fand, im Stockfinsteren Regale zu fotografieren. Das Stativ hat trotzdem nicht ausgedient, es dient wieder dazu, exakte Bildausschnitte zu definieren und dem Fotografen die Hände freizuhalten.

"Hundeaction":

Rena hat mich für einen Tag in Rocksdorf besucht und ihre Hündin Arwen mitgebracht. Das Besondere: Arwen ist einfach lächerlich schwarz, ein Herausforderung für den AF. Beim Gassi gehen hat Rena dann ein paar Minuten Bälle geworfen und Arwen durfte rennen. Hier hatte ich Renas Panasonic 35-100 drauf, mit dem ich immer erst eine Stunde warm werden muss, bis ich mich an den andersrum laufenden Zoom gewöhnt habe. Also war das für mich eine 100mm Festbrennweite. Dazu kam noch, dass ich Arwens Kurs nicht abschätzen konnte, weil ich nicht wusste, wo der Ball hinfliegt. Trotzdem hatte die E-M1II keinerlei Probleme, mit dem 35-100 Arwen scharf zu stellen. Der AF stand auf C-AF mit 5er-Feld. Mit dem alten 50-200 war es schwieriger, vor allem, weil ich Arwen bei 200mm nicht folgen konnte. Wenn das Ziel nicht unter den AF-Punkten liegt, sondern am rechten Bildrand, dann kann man dem AF nicht die Schuld zuschieben. Wenn ich es mal geschafft habe, das Objektiv richtig zu halten, dann brauchte das 50-200 bei C-AF-Sperre 0 etwa drei Bilder, um Arwen zu erwischen. Leider war die Spielstunde nach 8 Minuten rum. Wenn wer nen schwarzen Hund hat, den man auch eine Stunde übers Feld jagen kann, bitte melden, ich würde gerne alle Optionen des Autofokus ausprobieren.... ;-)

Birding...
Fliegende Greifvögel hatten wir ja schon in Ronda zur Genüge, also habe ich mich diesmal an "Wildlife" gewagt. Eine Elster kam da gerade recht:


130mm, 1/800s, ISO 400. Das ist jetzt nicht sooo außergewöhnlich, gerade diese Elster ist in der Gegend bekannt wie ein bunter Hund und frech wie Oskar. Aber sowas da:


Habe ich denn doch noch nicht gesehen. Elsternzunge bei der Arbeit.... Jetzt könnte ich natürlich sagen "60 fps dann ist das kein Problem" - leider wäre das gelogen. Ich habe da vier Bilder gemacht und darunter eben jenes. Dusel gehabt. Was aber wirklich hilft ist der elektronische Verschluss. Ein bisschen vorsichtig sollte man mit SWD-Objektiven sein, meiner Meinung nach hören viele Vögel den SWD und fühlen sich gestört.

LowLight:


Kerzenlicht. Bei den ersten Fotos hatte ich nur die zwei Kerzen auf dem Sekretär, bei diesem habe ich drei weitere rechts aufgestellt, die die Uhr beleuchten und für den seltsamen Schatten der Uhr sorgen. ISO 1600 1/40s, f/0,95. Klar, mit dem Voigtländer geht fast alles. Aber mittlerweile ist ISO 1600 so sauber, dass ich da überhaupt keine Probleme mehr habe.
Ja. Es gibt Kameras, die ich auf ISO 400.000 oder sowas stellen kann. Und ja, wenn man partout mit dem 12-50 am langen Ende bei Kerzenlicht fotografieren will, dann wird es mit den ISOs haarig, denn dann reichen auch die ISO 25600 nicht mehr aus. Aber wer sich eine E-M1II kauft und dann ein 12-50 davor schnallt, sollte sich eventuell überlegen, stattdessen eine E-M1, ein 17/1,8, ein 25/1,8 und ein 45/1,8 zu kaufen.

Zwischenfazit:
An das Schwenkdisplay habe ich mich gewöhnt, zwangsläufig. Wenn ich unauffällig fotografieren will, muss ich das Display halt eingeklappt lassen. Noch nicht gewöhnt habe ich mich an den Umschalter, der jetzt andersrum geht. Das wird wohl noch ein paar Wochen dauern. Schmerzlich vermisse ich den Batteriegriff, den meine E-M1II nicht hat. Nicht wegen der Batterieleistung, die hat bisher immer für einen Arbeitstag gereicht, sondern wegen des Hochformathandlings. Und man sollte beim Betrieb mit zwei SD-Karten eine wichtige Tatsache beachten: Wenn man auf beide Karten schreiben will (Original und Backup), dann wird die Geschwindigkeit von der langsamsten Karte bestimmt. Also wenn man's eilig hat: Nur auf die Hauptkarte schreiben, und die sollte wirklich eine UHSII mit 300MB/s sein. Erst dann macht die Sache Spaß. Wer hier spart, spart an der absolut falschen Stelle.

Montag, 7. November 2016

E.-M1II - im Studio

So, der angekündigte Studioteil. Wieder mit E-M1 und E-M1II parallel. 35-100 vorne dran. Solange ich meine vier 4000-Lumen-Panels laufen hatte, gab es keinen Unterschied im Fokus zwischen E-M1 und E-M1II. Sobald ich die runtergeregelt habe, fing das 35-100 an der E-M1 das Pumpen an. Bei der E-M1II pumpte das Objektiv zwar auch, aber nur einmal. Bei weiteren AF-Versuchen an der gleichen Stelle, wurde der Fokus sofort gefunden und der Fokusmotor musste nicht merklich anspringen.
Das dürfte auch der Effekt im Club gewesen sein - sobald die Kamera einmal den Fokus im Gesicht gefunden hatte, musste das Objektiv nur winzige Schritte nachfokussieren, was unglaublich schnell und nahezu lautlos geht. Da ist die Logik bei der E-M1 deutlich schlechter, so dass ich im Studio oft zu MF oder zur AF-Stop-Taste gegriffen habe.
So wie's aussieht, hat Olympus also nicht die Physik der schweren Linse überlistet, sondern einfach "nur" einen "Bug" beseitigt, der das Objektiv dazu brachte, einen einmal bereits gefundenen Fokus wieder aufzugeben. Kleine Ursache, große Wirkung. Gerade im Studio oder bei Events, wo man immer wieder auf das gleiche Motiv im gleichen Abstand hält.


Soweit dazu. Als Bild gibt's heute nichts aus dem Studio - die veröffentliche ich nicht, weil diese Bilder ausgesprochen privat sind - und der Rest kommt entweder in mein neues E-PL8-Buch oder in eine bereits projektierte Ausstellung. Aber nicht hier auf den Blog. Also hier einen der Greifvögel aus der Show in Ronda. Mit dem 150er 2,0.

E-M1II - Die Antwort geben wir auf dem Platz...

TSV Pyrbaum gegen FC Altdorf. Kreisklasse Neumarkt. Halbzeitstand 0:1, Endstand 3:1 nach zwei Toren von Bastian Mittermaier, mit 13 Toren derzeit Torschützenkönig der Kreisklasse. Altdorf spielt in schwarz, Pyrbaum in Rot.



Verwendete Optiken: 300mm f/4 in der ersten Halbzeit, 50-200 Alt in der zweiten Halbzeit.
C-AF-Sperre +2. Eine niedrigere C-AF-Sperre resultiert zwar darin, dass eine halbe Fußballmannschaft zwischen dem anvisierten Spieler und dem Fotografen durchmarschieren kann, ohne dass der C-AF sich irritieren lässt, aber so stabil braucht man das nicht haben, vor allem weil ja der Ball im Gewühl auch den Besitzer wechseln kann, und dann weigert sich der AF kurzerhand für ein halbes Dutzend Bilder, das neue Motiv zu akzeptieren. Weiteres Problem der stabilen C-AF-Sperre: wenn man auf den Hintergrund gelockt hat, weil man zu schnell abgedrückt hat, bevor der C-AF sauber auf dem Spieler liegt, bleibt der AF auch erstmal auf dem Hintergrund. Wenn er dann das Ziel wechselt, ist die Situation längst vorbei. Also die Sperre auf +2 oder nicht viel drunter.
Lockt man das Ziel sauber und hält auch sauber drauf, dann ist es problemlos möglich, einen Spieler bei einem Sololauf über den Platz zu verfolgen. Alle Fotos scharf. Auch wenn wer quer kommt.


Für die Pixelpeeper: Die meisten Bilder aus dem 300 f/4 sind zwar korrekt fokussiert, aber unscharf, weil die Belichtungszeit zu lang war. 1/250s bis 1/400s ist einfach zu wenig. Mein Fehler. In der zweiten Halbzeit hatte ich dann eine lichtstärkere Optik drauf und die ISO auf 800.

Schwierig wird es, wenn man mit zu kurzer Brennweite arbeitet, die Spieler nicht formatfüllend hat und nicht darauf achtet, den ballführenden Spieler exakt unter dem AF-Punkt zu halten. Beispiele sind Torraumszenen von der gegnerischen Torauslinie aus fotografiert. Da versucht man instinktiv, das ganze Tor draufzubehalten und der AF nimmt halt mal den Torwart, mal einen Spieler oder auch die Bande hinter dem Tor - je nachdem, was gerade unter dem AF-Punkt liegt.



Sowas geht problemlos. Ich habe den Altdorfer Spieler fokussiert, als er zum Sololauf startete, dann fingen ihn die zwei Pyrbaumer Spieler ab und verdeckten ihn zeitweise. Trotzdem ist das Bild korrekt fokussiert und auch der gesamte Lauf ist korrekt.


Hier erzielt Bastian Mittermeier gerade das 3:1. Das Tor selbst war unspektakulär - aus 4 Metern ins leere Tor.... ;-) Die gesamte Serie von der Ballabnahme bis zum Abschluss ist scharf. (Und nur, falls wer fragt, alle Bilder hier sind unbeschnitten und lediglich für den Blog skaliert.)

Bildwiederholfrequenz. Die Bildrate von 18fps bei C-AF mit elektronischem Verschluss ist eher theoretisch. Ich habe Bildraten zwischen 9 und 15fps, je nachdem wie komplex die Bewegungen des Spielers waren. 18fps dürfte bei optimalen Bedingungen erreichbar sein, wenn das Motiv linear auf die Kamera zukommt. Gute Nachricht: es spielt keine Rolle, ob man ein FT oder ein mFT-Objektiv vorne dran hat, zumindest konnte ich keinen Unterschied feststellen.



Stationäre Motive: Wenn Spieler stehen, aber sich trotzdem bewegen, wird der C-AF wie schon früher, irritiert. Der C-AF verlässt den Spieler und sucht in der vermuteten Richtung. Hier fährt der C-AF nach hinten, und benötigt vier Bilder, bis er wieder die beiden Spieler erreicht:


In der Zeit lag der AF-Punkt sauber auf den beiden Spielern. Es wurde während des gesamten Spiels die 5-er Gruppe verwendet.
Essentiell ist, dem C-AF kurz Zeit zu geben, den Spieler zu erkennen, bevor man durchdrückt. "Kurz Zeit" bedeutet hier, etwa eine fünftel Sekunde. Ich habe zwar auch Bilder, bei denen ich einfach nur draufgehalten und durchgedrückt habe - und die Bilder scharf waren


aber für einen sauberen C-AF und brauchbaren Bildausschnitt braucht's halt etwas mehr. (Auch hier: 300 f/4. Fokus stimmt, Belichtungszeit nicht.)

Das 300er ist am Fußballplatz natürlich was für Spezialisten. Man hat nur einen sehr engen Bereich, in dem man anständige Fotos machen kann, von der Torauslinie ist es das Mittelfeld. Mit Blende 4 ist man dann doch oft auf höhere ISOs angewiesen. Eigentlich wollte ich noch das alte Sigma 50-500 an der E-M1II testen, habe das Objektiv, das eigentlich der ideale Brennweitenbereich für Fußball ist, dann aber in der Tasche gelassen. Mit Blende 8 war bei dem Wetter kein Blumentopf zu gewinnen. Das alte 50-200 ist dann ja doch wieder zu Ehren gekommen.

Generell ist die Konfiguration des C-AF bei der Kamera komplex und erfordert Erfahrung. Die habe ich mit der Kamera noch nicht, aber ich werde mich bemühen. Ich bin so weit, dass ich weiß, dass die Kamera bei richtiger Bedienung liefert und ich kriege bei einem Spiel ausreichend scharfe Bilder, um damit jeden Kunden zufriedenzustellen. Aber ich habe auch noch Ausschuss - und was mich dabei ärgert ist, dass ich bei ehrlicher Betrachtung der Bilder bei fast allen Bildern den Fehler bei mir finde. Wie ich das mit den Fouls im Stehen löse, muss ich noch herausfinden. Per Schalter auf S-AF umschalten ist keine Option, dazu geht das zu schnell, man weiß es vorher ja nicht, dass die beiden gleich stehenbleiben und einer den anderen umschubst....

Samstag, 5. November 2016

E-M1 Mark II - Im Club

Ok. Ich war gestern mit den beiden E-M1en und dem 14-35 und dem 35-100 in einem Club, der legendär mieses Licht hat. Gepulste LED-Scheinwerfer. Etwa 4 Lichtwerte auf der Bühne. Auf der stand Britta T , die jetzt nicht dafür bekannt ist, Schlafwagenmusik zu machen. Soweit zur Ausgangslage.


Endergebnis: 150 Bilder mit der E-M1, 640 mit der E-M1II. Und relativ schnell habe ich die E-M1 nur noch mit dem 14-35 für die Gesamtbilder genommen.
Der Unterschied ist so krass, dass ich die gerade noch geliebte E-M1 fast nicht mehr anfassen wollte. Es sind drei Dinge, die für mich den Unterschied machen: Der exakte und schnelle AF. Während ich bei der E-M1 mit dem 35-100 oft auf das Mikro scharfstellen musste, um überhaupt einen Fokus zu bekommen, habe ich mit der E-M1II immer auf das Auge scharfgestellt. Immer. Und jedesmal hat der Fokus gepasst. Auch wenn Britta rumgehampelt hat und das Gegenlicht in die Kamera knallte. Und natürlich hilft es, dass ich jetzt nicht mehr verschwenken muss, sondern meinen AF-Punkt auch mit den FTs dorthin setzen kann, wo ich ihn haben will.



Das zweite ist der schnelle Sucher und die nicht vorhandene Auslöseverzögerung. Wenn ich mit der E-M1 Britta treffen wollte, wenn sie den Mund offen hatte, musste ich das Lied kennen und rechtzeitig auslösen. Wenn ich erst dann drückte, wenn ich Britta im Sucher mit offenem Mund sah, bekam ich nur stumme Fotos. Immer. (Und Dauerfeuer ist für mich keine Option.) Bei der E-M1II saß jedes Foto. Drei Fotos vom Schlagzeuger, alle scharf, alle mit sichtbaren Sticks. Eigentlich hatte ich nach zwei Liedern meine Bilder im Kasten und musste nur noch Bassist und Keyboarder erwischen. Aber ich habe dann trotzdem weiterfotografiert. Weil's einfach so einen Riesenspass macht.



Und das Dritte? Klar - Spotmessung auf dem AF-Punkt mit M und ISO Auto und Belichtungskorrektur. Halleluja.
Das Konzert ging von abends um acht bis kurz vor Mitternacht. Der Akku ist jetzt immer noch halb voll...



Am Sonntag geht's auf den Fußballplatz und nächste Woche habe ich zwei Studiotermine. Da werde ich weiter berichten.

Bis dahin ein paar Worte an die geneigte Leserschaft: Glaubt mir nichts. Ich bin bestochen und alles, was ich schreibe, ist erstunken und erlogen. Klar doch. Kauft irgendwas anderes. Aber wundert euch nicht, wenn eure Kunden Leute buchen, die mit einem fetten Grinsen und einer E-M1II an der Hand rumrennen. Wundert euch nicht, wenn die Preise für die TopPros wieder nach oben gehen. Klar sind das Tüten aus einer anderen Welt. Egal. Leider geil. Hochzeitsfotografen? Eventfotografen? Jazz? Klassik? Macht mal Platz da, ihr Cs,Ss, Ns und Ps. Jetzt zeigen wir euch mal, wie das wirklich geht...



Und: Sorry Olympus. Ich weiß, dass ihr lieber eure neuen mFTs vertickt, als Kameras an Leute zu verkaufen, die mal vor Jahren richtig Geld in die Hand genommen und endgültige Optiken gekauft haben.  Danke, dass ihr das trotzdem macht. Und vielleicht kaufen ja noch ein paar Leute neue FTs. Ich wünsche es euch. Die Kamera und eure Entwickler hätten es verdient.