Freitag, 26. August 2016

Ich mache jetzt auch Fotokurse...

Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann. Jahrelang habe ich gesagt "Ein Fotograf, der Kurse gibt, ist anscheinend mit anderen Aufträgen nicht ausgelastet." Und nun mache ich selber welche.
Dabei bin ich eigentlich ausgelastet. Freie Wochenenden kenne ich seit 2005 nicht mehr. Warum mache ich es jetzt trotzdem?


Man nenne es Sendungsbewusstsein. Ich begleite seit Jahren Workshops von anderen Fotografen mit der Videokamera und habe auf die Tour allerhand erlebt. Ich unterhalte mich mit Models, die Workshops "machen" und sehe mir an, was bei solchen Workshops an Ergebnissen herauskommt. Und zweimal im Jahr habe ich selbst einen kleinen Workshop gehalten und habe mir jedesmal überlegt - so bringt das nix.


Bei kurzen Workshops von ein paar Stunden muss man Frontalunterricht machen und selbst bei einem Tagesworkshop kommt man kaum über das Vermitteln von Binsenweisheiten und technisch/physikalischen Gegebenheiten hinaus. Ich habe Workshops miterlebt, wo den Leuten ein einstündiger Kurs über zeitgenössische Malerei verpasst wurde, bevor sie mit der Kamera nach draußen sollten und immer noch genauso wenig wussten, wie vorher, wie man solche tollen Fotos macht, wie sie der Referent zustandebringt.
Und ich habe Kurse gehalten, bei denen ich Journalisten ihr Arbeitsgerät von N oder C erklären musste oder auf die Schnelle herausfinden musste, wie man bei einer Pentax K-01 einen Weißabgleich auf eine bestimmte Kelvinzahl setzt. Bin ich Gott? Ich kenne mich mit Olympus-Kameras aus. Und genau deshalb halte ich in Zukunft Kurse für Olympus-User. Da weiß ich, wo ich hinlangen muss, jeder weiß, was gemeint ist, wenn er auf "A" umstellen sollen und alle haben ein SuperControl Menü auf dem ich schnell sehe, ob irgendwas in den Einstellungen verübelt ist. Und ich habe jede Menge Objektive und Zubehör da, das man bei diesem Kurs ausprobieren und verwenden kann.



Und ich habe die Möglichkeit dazu. In Rocksdorf habe ich mittlerweile eine fast ideale Schulungslocation für Wochenendkurse. Man ist bei einem Kurs während der ganzen Zeit zusammen, kann kreativ sein, hat jederzeit alle Möglichkeiten fotografisch tätig zu werden, kann aber auch "chillen" und "smalltalken".


Und die Gruppen sind begrenzt. Drei, maximal vier Kursteilnehmer garantieren, dass niemand zu kurz kommt. Bei den Kursen für Fortgeschrittene will ich nicht an einem Nachmittag ein Model einfliegen, das mal kurz abgeknipst wird, damit jeder ein garantiert hübsches Motiv auf der Speicherkarte hat - sondern das Model ist die ganze Zeit dabei. Vom verknautschten Morgen bis zur durchdiskutierten Nacht.


Rein fotografisch natürlich praktisch - wenn man eine dumme Idee hat, kann man sie sofort umsetzen. Aber "das Model" ist dann halt auf einmal nicht mehr "das" sondern "Sie" oder "Er". Und hat Anweisung, klar und deutlich zu äußern, was sie/er von der anstehenden Fotoidee hält und wie sie/er sich dabei fühlt. Denn schließlich muss der Kursteilnehmer nach Ende des Kurses wieder mit Menschen klarkommen, die nicht dafür bezahlt werden, vor der Kamera zu stehen.



So ein mehrtägiger Fotokurs kostet natürlich ein Heidengeld. Ist so, kann man nichts dran machen. Die Unkosten müssen gedeckt werden. Und schließlich kann man auch nicht nur Wasser und Brot anbieten.
Einmal im Halbjahr mache ich allerdings eine Ausnahme. Für Fotografen zwischen 18 und 28. Da mache ich einen Wochenendkurs kostenlos. Allerdings habe ich einen Wettbewerb vorgeschaltet. Näheres zum Wettbewerb und zum Kurs gibt's in einem Flyer, den man sich hier runterladen kann. Einsendeschluss dafür ist der 1.9.

Samstag, 20. August 2016

Letzter Teil der Akkuschlachterei: Ansmann, Quenox, Blumax und Fazit.

Die Messwerte der Akkus sind ja im Artikel "Kleine Übersicht" schon eingetragen. Hier geht's um die Schlachtergebnisse - und zum Schluss noch ein Endergebnis der ganzen Aktion.



Ansmann:
Auf den ersten Blick sieht der Ansmann wie ein Patona aus, die Li-IOn Battery-Prägung ist aber unterschiedlich und auch die Chargenkennzeichen sind an unterschiedlichen Stellen aufgedruckt. Das Gehäuse ist aber - ebenso wie alle anderen Clone. Jede Walnuss ist schwieriger zu knacken.
Was ist nun drin? 


Zellen von TMB, die Standardplatine, zwei kleine Moosgummistreifen. Hatten wir das schonmal? Ja. Der Patona sieht exakt genauso aus. Sie sind nur deshalb zu unterscheiden, weil der Ansmann schon älter ist und deshalb das Produktionsdatum der Zellen von 2014 ist. 

Blumax: 
Das Gehäuse ähnelt dem ExPro, der ja auch seinerzeit mit eigenem Ladegerät kam. Der Plastikteil ist identisch, lediglich die Aufkleber sind unterschiedlich. Der Blumax wird im Originallader nicht erkannt, der ExPro-Lader lädt ihn aber anstandslos. Der Blumax ist nur leider aufgequollen, so dass ich ihn nicht in den Schacht der E-M5II kriege. Das sieht man übrigens mit bloßem Auge nicht, der Akku ist in der Mitte gerademal einen Millimeter dicker - und damit passt er eben nicht mehr rein - passiert das im Schacht, ist guter Rat richtig teuer.



Was ist drin? Zwei 900mA Akkus, die im Gehäuse verklebt sind, weil sie zu klein sind und sonst haltlos herumrutschen würden. Die Zellen stammen angeblich von Xingyida in Guangdong - allerdings ist die Firma nicht wirklich als Zellenhersteller bekannt - eventuell sind das OEM-Produkte von Lishen. Eine der beiden Zellen ist aufgequollen. Die Platine ist Standard, nur dass man sich hier die Moosgummistreifen gespart hat. 



Die Verkabelung innerhalb der Zelle ist etwas anders, weil die 900mA-Akkus ihre Anschlüsse beide vorne haben. Demzufolge sind die Metallstreifen ein bisschen "gefaltet". 



Quenox:
Der Quenox sieht ein bisschen nach Dot.Foto aus. Nach Entfernung der Plastikverpackung (mit ein bisschen Übung geht das unter 10 Sekunden): TMB-Zellen, Standardplatine, Gummistreifen. Da muss man direkt aufpassen, dass man die Innereien nicht verwechselt. 


Hier sind mal die Drillinge auf einem Bild....


Mein höchst persönliches Fazit:
Egal ob die Akkus 5 Euro kosten, oder, wie der Ansmann, fast 30 - überall ist exakt das gleiche drin. In den neueren Akkus durchgängig TMB - Zellen mit identischer Platine. Die Unterschiede beschränken sich auf die Gehäusefarbe und die Aufkleber außen. 
Die Werbeaussagen "gleiche Schutzschaltungen wie Original", "Baugleich mit Original", "speziell für uns gefertigt" oder "wird stetig weiterentwickelt" - sind samt und sonders eher als Unterhaltungsprogramm anzusehen. So ähnlich wie "wäscht weißer als weiß" oder "30 Kilo in zehn Tagen abnehmen."

Für mich sind nun die Regeln im Umgang mit Fremdakkus, wenn sie denn sein müssen:
1. Man kaufe die Billigsten. 
2. Grundsätzlich nur als Ersatzakkus mitnehmen
3. Nur im Olympus-Lader laden.
4. Nie in der Kamera lassen.
5. Nicht bei kritischen Umgebungstemperaturen einsetzen (Hitze)
6. Akkus, die nicht locker mit Luft in den Schacht passen, draußenlassen und entsorgen.


Hier mal die Übersicht: Im Prinzip völlig egal, welches Gehäuse man hübscher findet. Die inneren Werte sind gleich.

Akkulader:
Akkulader mit nur zwei Kontakten laden auch. Bei Fremdakkus ist auch jeder zusätzliche Kontakt überflüssig, weil dort eh nichts wäre, was sich lohnen würde, abzufragen. Warum trotzdem den Originallader? Weil der die Fremdakkus schonender lädt als die Lader mit nur zwei Anschlüssen. Die Ladeschlussspannung ist geringer. 

Originalakkus und der Hähnel Cube: 
Der Originallader fragt den Zustand der einzelnen Zellen ab und lädt dann die Zellen auf die maximale Spannung auf. Das gibt bis zu 10% mehr Kapazität. Das funktioniert zuverlässig - der Cube kann das nicht, der macht deshalb früher Schluss - geringere Ladeschlussspannung. Also doch schonenender? Jein. Bei frischen Zellen ist das egal, aber alle Zellen altern - und der Originallader stellt sich drauf ein und pflegt die Zellen so, dass sie ihre maximale Lebensdauer erreichen. Dem Cube ist das wurst. Der brät auch dann noch, wenn eigentlich ein paar Streicheleinheiten gefragt wären. Cube also mit frischen Zellen und wenn Schnellladung notwendig ist. Wie man erkennt, ob ein originaler Oly-Akku noch fit ist? Man lade den Akku im Originallader voll und messe dann die Spannung zwischen + und -. (Und nein, NICHT unter Last, sondern Leerlaufspannung.) Da liegt die Ladeschlusspannung an. Solange die bei 8,6Volt oder darüber liegt, ist der Oly-Lader der Meinung, die Zellen sind topfit. Also Cube. Liegt die Ladeschlusspannung unter 8,6Volt, bitte nur noch im Originallader laden.

An alle, die mir erklären wollen, wie und mit was ich diese Tests zu machen habe:
Ich habe hier auch Präzisionswiderstandsmessbrücken, Leistungswiderstände und spezielle Akkumessgeräte. Labormultimeter mit und ohne PC-Anschluss und Speicheroszis. Trotzdem habe ich die Messungen mit stinknormalen Multimetern ohne Belastung gemacht. Warum? Weil der Zustand der Zellen bei diesem Test irrelevant ist. Die Akkus besitzen unterschiedlichstes Alter und haben eine unbekannte Ladegeschichte. Was ich bei Kapazitätsmessungen herausbekomme, sagt überhaupt nichts aus, was über den Zustand dieses speziellen Akkus hinausgeht. Ich produziere also Einzelfalldaten. Das ist sicher interessant, aber leider für andere Akkus, auch des gleichen "Marken"-Herstellers, nicht übertragbar. 

Und hiermit schließe ich das Kapitel Fremdakkus für mich ab. Im nächsten oly-e-paper gibt' das Ganze nochmal zusammengefasst, und als Nächstes gibt's hier auf pen-and-tell neue Gadgets für die PEN-F und einen Test des neuen Meyer-Görlitz. Bis dahin wünsche ich stets volle Akkus und ausreichend Speicherkarten in Reserve.


Montag, 15. August 2016

Original-BLN-1. So muss das aussehen.

So. Jetzt ist es dann so weit, ich schlachte einen Original-BLN1. Und ja, der ist noch völlig funktionsfähig.


Erster Unterschied: Unter einem kleinen Aufkleber sind fünf Löcher zu finden, die an fünf unterschiedliche Kontakte gehen. Bei einem leeren Akku sind die Werte von links nach rechts und von oben nach unten jeweils gegen Masse; 7,23V, (Volle Akkuspannung) 3,62v (Einzelne Zelle), 0V, 0V, 1,50V. Hier haben wir es offenbar mit den Prüfkontakten für die Fertigung zu tun. Sprich: Nach der Fertigung werden hier die Akkus nochmal komplett überprüft (und zwar mit mehr Prüfpunkten als für das Ladegerät nach außen geführt werden.) - das geht bei den Clonen schon allein mangels Anschlüssen nicht.

Zweiter Unterschied: Das Gehäuse ist wesentlich stabileres Plastik.


Während die Clone eigentlich mit zwei, drei Schraubenzieherhebeln offen waren, ist das Original so leicht nicht zu beeindrucken. Das klingt nebensächlich, kann aber wichtig werden, wenn so ein Akku mal runterfällt. Das ist richtig doof, wenn so ein vollgeladener Akku beim Runterfallen auseinandergeht. Da kann's schnell brenzlig werden. Beim Original mal schnell an der Nahtstelle auseinanderhebeln? Is nich.


Nachdem ich vorsichtig die Kanten abgeschnitzt habe, geht zumindest der Deckel auf. Was steckt drin? Sanyo-Zellen - der Hersteller steht nicht per Kürzel drauf, sondern ausgeschrieben. Und die Schrift ist gelasert. Nicht gedruckt.


Und gleich noch ein Unterschied: Der Leiter, der von hinten nach vorne geht, ist nicht einfach schräg drübergebogen, sondern sauber designt und an den Knickstellen dünner, so dass er sich korrekt biegen lässt.


Noch ein fieser Unterschied. Der Akku ist mit doppelseitigem Klebeband in die Schale hineingeklebt. Also nicht wie bei den Kompatiblen, dass einem der ganze Kram entgegenfällt, kaum sind die Schalen offen. Hier sieht man am unteren Ende zwei Methoden, wie man solche Akkus miteinander verbinden kann. Links a la Olympus, rechts a la Patona.


Nächster Unterschied: Natürlich ist der NTC (Das Ding mit dem "T" drauf) bestückt, alle ICs tragen deutlich sichtbar Typenbezeichnungen, und die in allen Kompatiblen verbauten Moosgummistreifen, die zur Isolation auf die Platine geklebt sind, fehlen. Klar. Wenn auf dem NTC ein Moosgummistreifen kleben würde, wäre Sinn und Zweck des Thermofühlers für den Popo. Die Leitung oberhalb des Thermofühlers ist beim Original zusätzlich verdickt und drückt auf den NTC, um einen geringeren Wärmewiderstand zu erhalten. (Auch deshalb muss der Akku ins Gehäuse geklebt werden, weil sonst der gleichmäßige Wärmekontakt zum NTC nicht gewährleistet werden kann. )


Links der Oly-Akku mit den zwei Klebestreifen oben und unten. Rechts der Patona.
Dass auf der Platine ganz andere Elektronik drauf ist, war ja zu erwarten - aber dass der Akku selbst im Detail so unterschiedlich ist - da war ich dann doch verblüfft.
Und die Zellen im Oly-Akku sind lange nicht so verkratzt wie die in den Clones -  und haben keine Fingerabdrücke - außer meinen.

Update: Dieter Bethke hat sich durch meinen ersten Test anregen lassen, einen Fotophonie-Blog zu dem Thema zu machen. Hier kann man runterladen.  Hallo Dieter, freut mich, dass Du mich liest....

UND NOCHMAL!!!! NICHT SELBER AUFMACHEN! Selbst leergenudelt haben die Akkus noch ausreichend Ladung für ein kräftiges Feuerwerk. Und es reicht bereits ein unvorsichtiger Kontakt mit dem Schraubenzieher an beide Zellen und es funkt. Mit einem Multimeter kann man von außen messen was drin ist - und wer nun genau die Zellen herstellt ist nicht so wichtig, dass man sich dafür den Schreibtisch ankokeln muss.

Freitag, 12. August 2016

Fremdakkus- kleine Übersicht

Nachdem ich nun eine Nachfrage bekommen habe, doch mal auch andere "Kompatible" unter die Lupe zu nehmen, habe ich mein Akkuregal geplündert. Den Dot.Photo hatte ich ja schon letztes Jahr aufgemacht, für die Messwerte hatte ich noch einen zweiten. Und da lag noch ein ExPro rum - einer von denen, die mit Ladegerät verkauft wurden, weil der Originallader sie nicht erkannt hat.


Der Lader hat nur zwei Anschlüsse, kümmert sich also um die Temperatur des Akkus nichts. Entsprechend hat sich der erste der beiden seinerzeit auch recht schnell verabschiedet. Den zweiten habe ich noch, der war kaum im Einsatz. Vollgeladen ist er messtechnisch nicht von einem Patona zu unterscheiden.

Und hier nun mal alle auf einem Haufen:


Links vorne der ExPro - schon zerlegt. Rechts zweimal Patona, einmal zerlegt, einmal noch komplett.

Update: Ich bekomme die ersten Messwerte von anderen Kompatiblen-Usern. "Peter Hadley" hat Jo gemessen. DANKE!
Steffen hat mir Ansmann, Quenox und Blumax geschickt. DANKE!

Und nun die ganzen Messwerte:
Leerlaufspannung voll:
Olympus 8,6 V
Patona: 8,3 V
EXPro: 8,2 V
Dot.Photo: 7,9V
Peter Hadley: 7,97 V
Ansmann: 8,3V
Quenox: 8.3V
Blumax: 8.3V

Widerstand zwischen (T) und (-)
Olympus: NTC
Patona: 10kOhm fix (jeweils 5% Toleranz)
EXPro: 10kOhm fix (jeweils 5% Toleranz)
Dot.Photo: 10 kOhm fix
Peter Hadley: 9,9kOhm fix.
Ansmann: 10,1 kOhmV fix
Quenox: 10,1kOhm
Blumax: 9,9kOhm fix

Keine wirkliche Überraschung - keiner der Clone hat einen NTC eingebaut. (NTC ist ein Widerstand, der sich mit der Temperatur ändert. Also ein Thermofühler.)

Anschluss I
Olympus: Onewire-Schnittstelle
Patona: Not Connected
ExPRo: Not Connected
Dot.Photo: Not Connected
Peter Hadley: Not Connected.
Ansmann: Not Connected
Quenox: Not Connected
Blumax: Not Connected

Auch hier: War zu erwarten, dass die Billigheimer diese Schnittstelle einsparen.

Anschluss S
Olympus: 7,26V
Patona: Not Connected
ExPro: Not Connected
Dot.Photo: 7,88V
Peter.Hadley: 7,96V
Ansmann: Not Connected
Quenox: Not Connected
Blumax: Not Connected

Das dagegen ist überraschend. Dot.Photo und Peter Hadley haben hier tatsächlich eine Spannung anliegen. Der "S"-Anschluss ist auch bei den BLS-5 vorhanden, wird in Japan aus Sicherheitsgründen mittlerweile vorgeschrieben und nur im Ladegerät abgefragt. Interessanterweise liegt die Spannung beim Original je nach Zellenzustand mehr oder weniger deutlich unter der Leerlaufspannung, bei den beiden Kompatiblen ist hier einfach die Zellenspannung draufgelegt.

Höhe an Kontaktplatte:
Olympus: 15,27mm
Patona: Zwischen 15,27mm und 15,9mm
EXPro: 15,27mm
Dot.Photo: Zwischen 15,25mm und 15,5mm
Ansmann: Zwischen 15,17mm und 15,24mm
Quenox: Zwischen 15,29mm und  15,38mm
Blumax: 15,37mm, in der Mitte 16,33mm. Passt nicht in den Schacht, aufgequollen.

Das war etwas überraschend: Während die Olys eigentlich alle maßhaltig waren, sind die Patonas und Dot.Photos nicht nur von Exemplar zu Exemplar unterschiedlich dick, sondern auch teilweise schief. Am einen Eck bis zu einem halben Millimeter dicker, als am anderen. Anscheinend sind die Maschinen, die die Plastik-Halbschalen verkleben nicht sauber eingestellt. Auch hier wieder eine Erklärung, dass mancher Probleme mit den Akkus hat, und andere eben nicht.
Das ExPro-Exemplar ist da unauffällig - muss aber nichts heißen.
Bezüglich von Berichten über aufgequollene Akkus: Das müssen nicht zwangsläufig die Zellen sein. Gelegentlich quillt auch "nur" der Isolationsschaum oder der Kleber auf. So oder so ist das lästig, da man einen aufgequollenen Akku nicht mehr aus dem Schacht bekommt.

Alle Akkus wurden mit "Gewalt" leergefahren. Also nicht gewartet, bis das erstemal "Akku leer" kommt, sondern wirklich so lange, bis kein Bild mehr gemacht werden konnte.
Deutlicher Unterschied: Olympus, Ansmann, Quenox und Dot.Photo meldeten dann nach dem Einschalten der Kamera ohne weitere Betätigung der Kamera "Akku leer", die anderen beiden meldeten erst "Akku leer", wenn man dann tatsächlich auch Leistung anforderte, also Stabi oder Autofokus. Man denkt, das ist nebensächlich, aber es bedeutet zum Beispiel, dass diese Akkus ein LiveComposite-Bild noch auf die Karte schreiben, wenn zwischendrin der Saft alle ist, die anderen schalten einfach ab.

Leerlaufspannung leer:
Olympus: 6,7,V (Vier Jahre alter Akku)
Patona: 6,6V
ExPro: 7,2V
Dot.Photo: 6,5V
Peter Hadley: 7,23V
Ansmann: 6,6V
Quenox: 6.6V


Meinen zweiten Dot.Photo hatte ich nach dessen frühem Tod ja schon letztes Jahr aufgemacht - und war ganz erstaunt, dass da ein LiPo drin war. Und zwar sogar SAFT-Zellen, also Markenware.

Verbaute Zellen bei den mir vorliegenden Akkus:
Olympus: Sanyo (gelasert)
Patona: TBM (gedruckt)
ExPro: Fujitsu (gedruckt)
Dot.Phto: SAFT (gedruckt)
Ansmann: TMB (gedruckt)
Blumax: Xingyida (gedruckt) Wahrscheinlich aber Lishen
Quenox: TBM (gedruckt)


Und der ExPro sieht zwar auf den ersten Blick wie NoName aus, aber wenn man den Akku zerlegt und die Zellen auf der verklebten Unterseite freilegt:


Siehe da, Fujitsu-Zellen.

Dass man sich da drauf nicht verlassen kann, zeigt dieser Post bei Dpreview, da hat einer ebenfalls einen Dot.Photo aufgemacht, da waren Li-Ionen Zellen von "FT" drin. Übrigens genau die gleichen, die im ExPro eingebaut sind. Was gerade eben billig zu kriegen ist. (Allerdings war in dem Fall eine völlig andere Ladeelektronik verbaut.) Im Fuji-Forum hat einer seine zwei Patonas geschlachtet und darin Zellen von Lishen mit nur 900mAh statt der behaupteten 1120 mAh gefunden. Was in den Akkus verbaut ist, weiß also wahrscheinlich nicht mal der Importeur selbst. (Denn wenn er es wüßte, dann könnte man eine komische Meinung kriegen...)

Verbaute Platinen:
Olympus: FZHPH 9
Patona: RHWBLN1-M1, Version 2012-4-7
ExPro: RHWBLN1-M1, Version 2012-4-7
Dot.Photo: RHWBLN1-M1, Version 2012-4-7
Ansmann: RHWBLN1-M1, Version 2012-4-7
Blumax: RHWBLN1-M1, Version 2012-4-7
Quenox: RHWBLN1-M1, Version 2012-4-7

Das hier ist die Platine des Patona


Und das hier ist die Platine des ExPro:



Patona und ExPro sind von den SMD-Bauteilen her identisch, alle drei haben einen AO 8822 verbaut, einen Laderegler von Alpha & Omega Semiconductor. Der DotPhoto ist bei den Widerständen anders bestückt.
Es ist noch ein zweiter, sechspoliger IC verbaut, der bei Patona mit AA2E beschriftet ist, bei den beiden anderen ist keine Schrift zu erkennen. Da Dot.Photo und Patona vom Olympus-Lader erkannt werden, dürfte die dafür verantwortliche Elektronik in diesem Chip sitzen.

Schlusswort:
Es kann durchaus sein, dass in "kompatiblen" Akkus Markenzellen sind. (Da es ja nur eine Handvoll Hersteller für LiIonen-Zellen gibt und man die Dinger nicht im Hinterhof bauen kann, sind es immer Firmen einer gewissen Größe. TMB ist da meines Wissens die Kleinste.) Es kann sein, dass das "B"-Ware ist, dass das "A-" Ware ist, LiIonen, LiPolymer - es kann alles drin sein. Was definitiv nirgends drin ist, sind die Sicherheitsschaltungen der Originale. Die OneWire-Steuerung sorgt für eine längere Lebensdauer der Akkus, das ist noch nicht so schlimm, dass aber die Thermosicherung außer Funktion gesetzt ist, kann sowohl beim Laden als auch in der Kamera böse enden. Im Übrigen ist die Kamera so gebaut, dass sie die Temperatur des Akkus abfragt. Das ist bei Normalbedingungen nicht so wichtig, wenn es kalt wird, sieht die Sache anders aus. LiIonen-Akkus verlieren unter Null rapide an Leistung. Wenn nun der Akku nicht liefert, aber behauptet, er hätte Zimmertemperatur, dann folgert die Kamera daraus messerscharf: "Akku leer". Meldet der Akku Minusgrade, dann weiß die Kamera "Da kann ich noch was rausholen."

Fremdakkus erfordern also Mut zum Risiko. Sie haben nur einen Vorteil: Sie sind kurzfristig billiger. Und wenn man Pech hat, wird die Sache teuer. Würden Sie für den Alltag ein Auto ohne Airbag und Sicherheitsgurt kaufen?


Ergänzung: Dieser Post wird auch im Fuji-Forum verlinkt. Meine Ergebnisse sind NICHT auf andere Hersteller und andere kompatible Akkutypen übertragbar. Olympus verwendet japanische Zellen, die BLN-1 werden in Indonesien (früher Vietnam) assembliert, die BLS-5 und BLS-1 in China. (TBM ist ein rein chinesischer Hersteller, diese Zellen sind also NICHT in Olympus-Akkus.) Wie das andere Hersteller halten weiß ich nicht, man schicke mir eine Fuji-Kamera und einen Schwung Originalakkus und Kompatible, dann kann ich das rauskriegen.
Aussagen wie "Bei mir sind die prima" sind - selbst wenn sie nicht von einem U-Boot stammen - aus den oben dargelegten Gründen mit Vorsicht zu genießen, da es bei den Kompatiblen extrem auf die Art der Verwendung ankommt. Der Olympus-Lader ist einer der schonendsten Lader, die es gibt. Wer seine kompatiblen Akkus immer auf die letzte Rille fährt und anschließend mit dem Cube grillt, der macht andere Erfahrungen, als derjenige, der seine Akkus beim ersten Auftauchen der roten Blinkwarnung rausnimmt und dann im Oly-Lader schonend lädt. Die Sicherheitsproblematik und die Kommunikation in der Kamera ist ein anderes Ding - das wurde schon besprochen.
Meine Ergebnisse gelten für den Olympus BLN-1 und die mir vorliegenden Clones von Patona, ExPRo und Dot.Photo. Und KEINE anderen - auch keine anderen Akkus der Clone-Hersteller.

Mittwoch, 10. August 2016

Fremdakkus - diesmal von Patona.

Im Oly-Forum war letzthin wieder mal eine heiße Diskussion zum Thema Fremdakkus. Nach meinen bisherigen Erfahrungen von vielen, vielen vorzeitig verstorbenen Akku-Clones tendiere ich mittlerweile ja dazu, für "Nur Original" zu plädieren - oder zumindest von Herstellern, die ihre Akkus selber produzieren. Duracell zum Beispiel. Die haben eine eigene Akku-Fabrik. Genauer - ein paar mehr.
Nun werden in Deutschland besonders gerne "Patona"-Akkus empfohlen. Patona ist eine Marke von PTS-Trading, einer Firma, die auf Mallorca sitzt, deren Geschäftsführer mit unterdrückter Rufnummer telefoniert und die ihr Auslieferungslager in Hilzingen haben. Gefertigt werden die Akkus in China. Soweit die Fakten, die jeder im Internet recherchieren kann.
Patona liefert Clone-Akkus für so ziemlich alles, was es gibt. Handys, Tablets, Kameras. Nachdem ich eben im Oly-Forum ein dicke Lippe riskiert hatte, hat mich Patona kontaktiert, ich habe mich eine Viertelstunden am Telefon mit Herrn Schwärmer, dem Geschäftsführer von PTS-Trading unterhalten und ihn überredet, mir zwei Patona-Akkus für die E-M1 zu schicken.
Die sind gestern gekommen und sehen so aus:


Innen drin sind die Akkus nochmal in Luftpolsterfolie verpackt und ein kleiner Zettel beigelegt.


Der enthält so nette Ratschläge wie "Bei den ersten 3 Ladezyklen den Akku auf 5-7% entladen und wieder vollständig aufladen." Ja. Genau. Wie der Normalmensch sowas messen soll, steht nicht dabei. Aber das ist eben so ein Waschzettel, der allen Akkus beiliegt.
Vergleichen wir mal mit dem Original:


Das Original hat ein bisschen mehr Text drauf - und ein bisschen mehr Kapazität. Das hatte mir auch Herr Schwärmer gesagt, die Patonas hätten 10% weniger Kapazität. Deutlicher Unterschied an der Kontaktseite:


Am Patona sind lediglich der + und - Kontakt benutzt worden. Dazu später mehr. Der erste Vergleich betrifft die Baugrößen: der Patona ist an der Kontaktplattenseite einen halben Millimeter dicker - und zwar beide gelieferten Exemplare. Das erklärt, warum der Patona gerne mal in der Kamera stecken bleibt.
Nu geht's ans Elektrische: Ausgepackt hat der eine Patona 8,32V Leerlaufspannung, der zweite 8,29V, der drei Jahre alte Olympus-Akku 8,6 Volt (sowie auch drei weitere Olympus-Akkus unterschiedlichen Alters.). Die Patona-Akkus werden übrigens voll geladen geliefert. Es gibt Versender, die in solchen Fällen auf ihre Pakete einen entsprechenden Warnhinweis drucken - bzw LiIon-Akkus eben nicht voll verschicken. Auf meinem Paket war zwar ein Patona-Klebeband drauf, aber kein Hinweis auf den Inhalt. (Eigentlich gibt's da eine Gefahrgutverordnung, siehe hier, Seite 3)

Es geht weiter mit dem Thermowiderstand, der eine Überhitzung des Akkus verhindern soll. Der liegt zwischen T und dem mittleren Pol (-). Beim Olympus hat er bei Zimmertemperatur 23° 10,3kOhm. Der Patona hat 9,9 kOhm. Erhitzt man beide Akkus auf moderate 35 °, dann sinkt der Widerstand beim Olympus Akku auf 7,5kOhm - der Patona bleibt stoisch bei 9,9kOhm. Sprich: Da ist ein Festwiederstand drin - ein simpler 10kOhm-Widerstand. Auch Abkühlung auf -10°beeindruckt den Widerstand natürlich nicht.
Wir haben dann noch zwei Leitungen: "I" und "S". Beim Originalakku liegen zwischen "I" und "S" 7,69 Volt an, zwischen I und Masse ist eine Kapazität, die auf eine elektrische Schaltung hinweist - vermutlich eine Onewire-Schnittstelle zur Akkuüberwachung. Beide Kontakte sind bei Patona - nicht angeschlossen.
Womit wir wieder bei der seltsamen Tatsache sind, dass nur die beiden Kontakte bei + und - Spuren von Kontaktverwendung haben. Klar - alle anderen Kontakte sind bei Patona irrelevant - die braucht deshalb auch niemand prüfen. Übrigens: Aussage von Patona auf ihrer Website: "Die kompatiblen Nachbau-Akkus besitzen alle elektronischen Sicherheitsvorkehrungen der Original-Akkus."

Und jetzt kommt der Moment, an dem ich deutlich sagen muss: "NICHT NACHMACHEN". Und zwar mache ich einen Akku auf. Dazu entlade ich ihn erstmal in einer E-M5II, die einige Zeit lang einen TimeLaps machen darf. Als die Kamera sich schließlich weigert, einen weiteren TimeLaps zu starten, schalte ich auf LiveComp um, da arbeitet er noch etwas, schließlich kann ich noch ein paar Einzelbilder machen, bevor die Kamera endgültig "Akku leer" meldet. Gesamtbetriebsdauer: 200 Minuten. Bei einem Originalakku kommt die Meldung "Akku leer" sofort nach dem Einschalten, bei einem Patona immer erst dann, wenn ich entsprechend Leistung abrufe. Klar - der Patona hat keine Schutzschaltung. Und schon haben wir den Grund, warum die Patonas trotz geringerer Kapazität genauso lange Strom liefern, wie die Originale. Der Patona erweckt die Kamera auch mit 6,6 Volt Leerlaufspannung noch zum Leben - da schalten die Originalakkus schon zum Schutz der Zellen ab.
Falls man also partout Patonas verwenden will: Grundsätzlich die Akkus nach allerspätestens drei Stunden aus der Kamera nehmen und aufladen. Niemals warten, bis "Akku leer" auftaucht.
3,3 Volt überleben die Akkus noch, aber ab 2,5 wird's kritisch. Und die Kameras saugen auch dann noch, wenn sie ausgeschaltet sind. Man kann sie in der Kamera also unbeabsichtigt tiefentladen.
So kuckt der Akku also aus, wenn er offen ist:


Hersteller der Zelle: TMB. Danach steht 160423, das sieht verdächtig nach dem Fertigungsdatum aus: Also April 2016. Patona hat also recht, sie verwenden neue Akkus.
Der BLN-1-Clone ist ein "Premium-Akku", Patona: "Hier verwenden wir Markenzellen, die mehr Ausdauer und Leistungsfähigkeit als Standard-Zellen aufweisen." TMB ist das Kürzel von Zhongshan Tianmao Battery Co Ltd. Deren Website lautet www.zstmb.com, aber google behauptet, die Website würde meinen Computer beschädigen. Man kann aber auch hier erfahren, was es mit der Firma auf sich hat.
Was macht nun einen Akku zum Markenakku? Dafür gibt es in Deutschland eine klare Regelung: Marke ist, was beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragen ist. Für TMB gibt es beim dpma 22 Eintragungen - aber keine davon aus China. TMB ist in der Kombination "TMB Plus" und "TMB Sens" für eine dänische Firma in Taastrup registriert. Als Bildmarke für eine Schweizer Betonwartungsfirma. (jeweils in Klasse 1, was für Akkus relevant ist)
Fail.
Kleine Randbemerkung: Bis vor wenigen Tagen hatte Patona in seiner Wiederverkäuferseite noch folgenden Text stehen: Wir verwenden namhafte neue unbenutzte A-Zellen (Panasonic, LG, Sanyo,.) Im Google Cache ist der Text auch noch zu finden - und natürlich auch bei Archive.org

Wenn man ein bisschen sucht, findet man das hier.
Da hat einer schon 2012 China-Clones aufgemacht. Gleicher Zellenhersteller, gleiches Platinenlayout, nur eben noch die alte Elektronik, die mit dem Olympus-Lader nicht zu laden war.

Fazit: Ich empfehle NIEMANDEM diese Akkus zu verwenden. Wenn es jemand nicht lassen kann: Keinesfalls die Akkus in der Kamera lassen. Man kann sie als Notfallakkus in der Tasche haben, wenn der Originale alle ist und man noch weiterfotografieren will/muß.

Ich lasse beide Patonas erst noch ein paar Tage da, bevor ich sie entsorge. Falls noch jemand Fragen hat.

PS: Wenn die "Markenzellen" von TMB sind - von wem sind dann die "Standardzellen"??????
PS2: Es gibt natürlich auch noch den Begriff der Marke, die durch Markenpräsenz erreicht wird.....Ja.
PS3: Und ich geh jetzt wieder knipsen und Bücher schreiben....


Nachtrag: Ich würde Aussagen Pro-Patona in Foren mit Vorsicht genießen. Auch in Mallorca ist die Macht der Foren bekannt. Und nicht immer wird es so plump gemacht.

Für alle, die über Links aus Foren hier gelandet sind: Bitte unbedingt auch die Messergebnisse von anderen Akkus durchsehen.

Dienstag, 9. August 2016

PEN-F und 20 Bilder pro Sekunde

Gestern war ich mal wieder beruflich in Hamburg, ein paar netten Menschen Hallo sagen und ein Meeting mit viel Kaffee abhalten. Muss manchmal sein, obwohl ich als Landei eher nicht so der Pflastertreter bin. Eigentlich wollte ich mal wieder LiveComposite-Bilder am Tage machen, aber bei dem grauen Himmel hatte ich dann doch kein Lust.
Dafür habe ich das Meyer-Görlitz 135mm 2,8 Orestor ausgepackt und ein bisschen damit gespielt. Meines stammt von Frank (von PEN3.de), hat ein Exakta-Bajonett und hintendran einen Exakta -mFT-Adapter. Zusammen sieht das so aus:


Das Orestor habe ich, wenn ich "ernsthaft" fotografiere, natürlich nie dabei - da sind das 40-150 Pro oder das 150er f/2 - Fässchen gefragt. Aber manchmal will man einfach nur mal Altglas ausprobieren:

Jo, in Hamburg gibt's auch Blümchen - und Bienchen. Das Untere ist ein Crop aus dem Oberen, nur eben nicht mit partiellen Farben, sondern Natural entwickelt. Am Kontrast und an den Farben ist da nichts gemacht.


Und nochmal ein bisschen Bokeh, diesmal in b/w:


Starker Rotfilter. Und nein, das ist mittags gemacht - da haben keine Lichter gebrannt. Nun aber zum Blogtitel: 20fps. Das kann die PEN. Auch wenn das ein bisschen unter den Tisch gefallen ist vor lauter Farbspielereien. Man kann mit der PEN-F auch sowas machen:


Wieder mit dem Orestor, manuell auf den Abhebepunkt scharf gestellt und dann gib ihm.


Wenn man sich ein bisschen Zeit nimmt und sich die richtige Perspektive raussucht wird es natürlich besser


Und hier mal mit dem Dioramafilter.
Ich war früher kein Fan von hohen Bildraten. Man kriegt Ratzfatz die Karte voll und sortiert hinterher aus. Aber hier ist der Punkt, an dem das Skateboard wirklich am Scheitelpunkt ist, eigentlich nur per Zeigefinger nicht zu erwischen. Der Sprung dauert vom Abheben bis zur Landung auf der Kante zum Grinden 0,3s. Die Trefferquote liegt hier bei 100%.
Geht kaum besser. Das nächste Mal wieder das 150er Fässchen mitnehmen, dann wird der Hintergrund noch unschärfer - und generell knackt das TopPro halt nochmal ganz anders.
Aber wer öfter Volleyball oder Tischtennis fotografiert, also Sportfotos, wo der Sportler stationär ist, sich aber eventuell sauschnell bewegt - gebt der PEN-F mal eine Chance. Lohnt sich. Große, schnelle Karte, am besten eine UHSII einpacken.

Freitag, 29. Juli 2016

Neues Video und das Panasonic 12mm 1,4.

Vor ein paar Tagen habe ich das Video zum Olympus-Auftritt in Zingst fertiggestellt. Da Olympus diesmal richtig viele Aktionen hatte hatten wir zum Schluss fast zehn Stunden Videomaterial - ist halt so bei Dokus. Man dreht meistens für die Tonne. Um die 11 Minuten sind dann rausgekommen,

Olympus beim Umweltfestival Horizonte Zingst 2016 from Reinhard Wagner on Vimeo.

Als Titelbild habe ich Jamie gewählt. Ein bisschen muss ich dann doch meinen Videokurs promoten.

Gestern hat das neue Panasonic 12mm 1,4 für einen kurzen Test den Weg an meine PEN-F gefunden. Ein kurzes HandsOn - mehr ist es natürlich nicht. Kein Vergleichstest, nur ein paar Eindrücke: Fühlt sich gut an, hat einen flotten, leisen AF, einen an der PEN witzlosen Blendenring und eine erwartbare Tonne.
So sieht das JPG aus:

Alle Linien schnurgerade. Und so sieht das unbehandelte RAW aus:


Das nur zur Info, die mFT-Zuikos machen das nicht "besser". Allerdings ist das hier nicht so dolle:


Das sind CAs, die schon ziemlich heftig sind - und hier sind wir bei f/1,8 und nicht bei Offenblende.
Was absolut brauchbar ist, ist das Bokeh, da haben sich die Leute bei Panasonic Mühe gegeben:


hier noch ein bisschen Bokeh pur:


Das finde ich ganz anständig. Der Preis ist stolz, aber wer UWW mit hoher Lichtstärke und Autofokus haben will, kommt um das Pana derzeit kaum rum.

Montag, 18. Juli 2016

Everything is fucking Art - Kreativrad COLOR

Amsterdam ist rot und grün. Zumindest im Sommer und in bestimmten Gegenden eigentlich immer.



 Das hier ist zum Beispiel ein typisches Schaufenster. COLOR-Kreativrad auf rot und grün und man hat alles Wesentliche drauf.


 Auch die allgegenwärtigen Amstel-Dosen: Rot. Und obwohl ich Anhänger der inszenierten Street-Fotografie bin, das hier war Original - inklusive des Bootes im Hintergrund, das mir den Titel für diesen Blog gegeben hat.


Amsterdam ist bei schönem Wetter im Sommer rappelvoll. Und da man auf festem Land entweder von Fahrradfahrern, Mopedfahrern oder Straßenbahnen über den Haufen gefahren wird, weichen viele zum Feiern, oder auch nur für ein ruhiges Picknick aufs Wasser aus. Der Trick dabei ist, ein möglichst großes Boot unter den Füßen zu haben - denn je größer das Boot desto Vorfahrt.


Amsterdam ist - natürlich - auch die Stadt der Coffeeshops und der bekifften Touristen.  In einigen Innenhöfen hat man von denen mittlerweile die Schnauze voll - und um die besoffenen Touristen auch loszuwerden, gibt's ähnliche Schilder mit einer Flasche.

Für die Straßenkünstler sind die Touristen natürlich eine Goldgrube:


Das Niveau ist hoch - da macht das Zuschauen Spaß. Und wenn man aufs Knipsen aus ist, kann man sich auch in die erste Reihe drängeln - allerdings sollte man dann auch beim Geld spenden vornedran sein.
Leider ist die komplette Innenstadt touristisch orientiert, Coffeeshops, Andenkenläden, Fressbuden, Cafes, Restaurants. Und dann wieder von vorne.  Der Rest sind Hotels, Anwaltskanzleien und IT-StartUps. Zumindest gefühlt. Fotografen haben es da schwer - auch der hier hat längst einem Cafe Platz gemacht.


Und ja, es gibt die ruhigen Amsterdamer Innenstadtstraßen und ich habe natürlich auch Menschen von vorne- aber die habe ich nicht in grün/rot fotografiert. Denn der Filter macht einen eigenen Look - aber ziemlich ungesunde Hauttöne. Kann man natürlich alles anpassen - wenn man will....