7 Dinge für die Endlosschleife



Es gibt ein paar Dinge, die ich jedem Fotografen ans Herz lege - und bei meinen Kursen in Endlosschleife predige:

1. Automatiken sind prima, solange sie alleine kommen.

Es gibt keinen Grund, ohne Belichtungsautomatik zu fotografieren. Ob Zeit- oder Blendenautomatik kommt auf die Situation an, aber wer die Belichtungsautomatik in der Kamera abschaltet, mit "M" fotografiert und die Belichtungsanzeige in der Kamera ignoriert, der macht sich das Leben unnötig schwer.
Die Programmautomatik (P) steuert Blende UND Belichtungszeit. Beides sind Gestaltungsmittel in der Fotografie - die man hier an die Kamera abgibt. Das Bild sollte aber der Fotograf gestalten - nicht die Kamera. Klar, man kann über Programshift wieder gegensteuern, aber warum mit viel Mühe eine Automatik austricksen, wenn man sie einfach abschalten kann?
Manche schalten zu P auch noch ISO Auto dazu - und versuchen dann, über weitere Parameter wie das Blitz-Zeit-Limit diese Automatik zu begrenzen. Und alles nur, um der Kamera klar zu machen, dass man doch was anderes haben möchte, als die Automatik vorschlägt. Abhilfe: Die Automatik abschalten. 
Eine Automatik ist genug. 



2. AF-Punkt richtig einstellen.

Die neueren Kameras von Olympus haben gaaanz viele AF-Punkte, die über die ganze Bildfläche verteilt sind. Das ist nicht, um den bösen User zu verwirren, sondern damit man den AF-Punkt dorthin legt, wo das Motiv ist. Und zwar, BEVOR man das Motiv anvisiert. Motive sind nicht im Zentrum eines Bildes - und wenn doch, dann sind sie meistens kein Motiv. Der Ablauf ist NICHT: AF-Punkt im Zentrum, scharf stellen, verschwenken um Bild zu komponieren. Der korrekte Ablauf ist: 
- Bild mit Auge erfassen.
- Entscheiden wo das Motiv im Bild sein soll.
- AF-Punkt auf diesen Teil des Bildes legen
- Kamera auf Motiv richten und AF-Punkt mit Motiv in Deckung bringen.
- Abdrücken.
Diese Vorgehensweise ist schneller - weil die Kamera überhaupt nur während des AF-Vorganges auf das Motiv gerichtet sein muss. 
Sie ist flexibler: Ist das erste Bild danebengelungen, kann man einen zweiten oder dritten oder.... Versuch machen, ohne jedesmal verschwenken zu müssen. 



3. Streulichtblende und Schutzfilter.

Wie verwandelt man ein 1000-Euro-Objektiv in wenigen Sekunden in eine Kitscherbe? Man montiert die Streulichtblende in Parkstellung und schraubt einen "Schutzfilter" drauf. 
Ohne passende Streulichtblende sinkt der Kontrast selbst des teuersten Objektivs unter das Niveau der billigsten Kitobjektive - wenn die eine Streulichtblende drauf haben. Für maximale optische Leistung muss die Frontlinse des Objektivs im Schatten sein. 
Ein "Schutzfilter" ohne Streulichtblende sorgt dafür, dass wirklich jedes bisschen Streulicht eingefangen und ins Objektiv geleitet wird. 
Also: Streulichtblende drauf und Schutzfilter runter. Die Streulichtblende schützt besser als jeder Schutzfilter. 

4. Originalakkus

Es gibt keine "guten" Akku-Clone. Es gibt nur schlechte Clone  - und ganz schlechte. Verwenden Sie Originalakkus und das Originalladegerät. Ja, das ist teuerer. Viel teuerer. Anfangs. Aber nach fünf Jahren laufen die Originale immer noch. Und beachten Sie: Nicht das Kameraequipment ist teuer. Teuer sind die Reisen zu den Fotolocations. Und ich hatte erst letzthin wieder einen Anruf: "Ich sitze in Cornwall und meine drei guten Clones halten nur noch 50 Bilder. Was tun?" Da kann ich dann nur raten: sich in den eigenen Allerwertesten zu treten.



5. Gehört zusammen: Fragen und Fotografieren

Wenn Sie irgendwo fotografieren wollen: Fragen Sie, ob Sie das dürfen. Wenn Sie irgendwen fotografieren wollen, fragen Sie bitte ebenfalls, ob Sie das dürfen. Wenn es vorher nicht geht, dann sofort hinterher. Geben Sie IMMER eine Visitenkarte von sich her. Verhindert Ärger und sorgt gelegentlich für tolle Kontakte. 

6. Sparen Sie nicht an der Blitzleistung.

Ja, kleine Blitze sind schön klein. Ansonsten haben sie aber keinen Vorteil. Kaufen Sie sich für den Preis lieber ein kleines Handy, damit können Sie wenigstens die Kamera fernsteuern. Wenn es um Blitze geht, kaufen Sie sich so viel Blitzleistung, wie Sie sich leisten können. Wenn der Oly-Blitz zu teuer ist, einen Metz. Wenn neu zu teuer, dann gebraucht. Aber Blitzleistung ist durch nichts zu ersetzen, außer durch noch mehr Blitzleistung. Wenn Sie indirekt blitzen, brauchen Sie jedes bisschen Leistung, was der Blitz hergibt. Die großen Metze kriegen Sie auch nach Jahrzehnten noch repariert, irgendwelche NoNames können Sie wegwerfen, wenn kaputt. (Die sind gar nicht dafür gebaut, repariert zu werden.) 



7. Glauben Sie keinen Bloggern, die behaupten, die wichtigsten sieben Antworten zu haben.

Kommentare

  1. Sehr gute Tipps. 100% Zustimmung. Besonders der letzte gefällt mir. :-)

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  2. Ich stimme allem bis auf diesen Punkt zu ...", aber wer die Belichtungsautomatik in der Kamera abschaltet, mit "M" fotografiert und die Belichtungsanzeige in der Kamera ignoriert, der macht sich das Leben unnötig schwer."...
    Auch "M" hat seine Berechtigung. Spätestens beim Blitzen (Studio oder on Location) wird die Sache interessant und ich bin froh , dass ich mit der E-M1-MKII den Hintergrund gezielt unterbelichten und anschließend mit dem S-OVF das Bild gestalten kann.

    P.S.: Das dritte Bild tut richtig, richtig weh!

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    1. Um Himmels Willen - klar. Natürlich hat M seine Berechtigung. Im Studio sowieso - und auch an der Bühne verwende ich M - dann mit der AutoISO. Und auch in der Sporthalle, sonst bekomme ich je nach Trikotfarbe unterschiedliche Belichtungen. Aber ich bin auch absolut kein Automatikenverächter, wo sie sinnvoll sind.

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