Das Treffen der langen Tüten


So sieht es aus, wenn jemand mit einem nicht abgedichteten Objektiv auf das Treffen der langen Oly-Tüten kommt. Ein kompletter Tag Regenwetter in der Oberpfalz - so what, wenn man mit den großen Top-Pros unterwegs ist, sieht das dann so aus:


Sieben Fotografen, alles nass, keine technisch- oder wasserbedingten Ausfälle. Klar, man muss bei Regenwetter nicht fotografieren gehen, aber man kann. Und dann kriegt man sowas vor die Linse:


Ich wusste nicht, dass sich eine Hirschkuh wie ein Hund schüttelt, wenn sie nass wird. Man lernt immer wieder dazu....

Klar, wenn man mit den großen 300mm-Tüten spielt, kommt immer die Frage nach dem Stativ. Irgendwelcher Chinaspargel ist da natürlich kein Thema und deshalb haben wir mal  - Buddha bei die Fische - ein Berlebach Report und ein Sachtler 75/2 CF gegeneinander antreten lassen. Das Berlebach wiegt 50% mehr als dass Sachtler(!), das Sachtler besteht aus Carbon und kostet grob das Doppelte.  Oben drauf, aus Gründen der Vergleichbarkeit, einen Sachtler Ace-Kopf.  Versuchsanordnung zum Testen der Schwingungsdämpfung: Kamera mit LiveComposit auf eine punktförmige Lichtquelle in acht Meter Entfernung ausgerichtet, per Handy ausgelöst, und dann einen Fußball aus drei Meter Höhe auf den Holzboden des Studios neben dem Stativ fallen lassen. Ergebnis: Bei beiden Stativen sind deutliche Schwingungen zu sehen, beim Sachtler etwas weniger als beim Berlebach. Nun haben wir den ACE runtergenommen und das 300er direkt auf den Stativen befestigt. Die Schwingungen wurden etwa auf 20% reduziert, aber auch hier war das Sachtler besser. Fazit: Solide (!) Carbonstative sind eine Macht. Sie sind nicht wesentlich leichter als Holzstative, doppelt so teuer, aber besser. Allerdings ist der Schwachpunkt bei der Schwingungsdämpfung in dieser Klasse nicht das Stativ, sondern der Kopf. 80% der Verwacklung waren hier dem Kopf geschuldet. Um die Verwacklung zu reduzieren sind selbst billige Objektivstützen eine große Hilfe (das sind Vorrichtungen die den vorderen Teil der langen Tüte abstützen) und vor allem möglichst flache Köpfe. Jegliche Mittelsäule ist von Übel und jeder Zentimeter, den man das Objektiv näher an den Stativkopf heranbringt ist Gold wert.

Und weil wir gerade so schön im Studio rumstanden haben wir dann gleich noch ein bisschen LiveComposite gespielt.....

Kommentare

  1. ...und schon ist eine Woche ins Land gezogen, wie schnell doch eine schöne, kurze Zeit schon bald in die Gefilden der Vergessenheit gelangt, aber trotz alledem, es ein gelungener Anlass gewesen und liebe Leute getroffen...

    HG Karl

    AntwortenLöschen
  2. Schön zu lesen und dann noch:
    >>Die Schwingungen wurden etwa auf 20% reduziert, aber auch hier war das Sachtler besser. Fazit: Solide (!) Carbonstative sind eine Macht. Sie sind nicht wesentlich leichter als Holzstative, doppelt so teuer, aber besser. Allerdings ist der Schwachpunkt bei der Schwingungsdämpfung in dieser Klasse nicht das Stativ, sondern der Kopf. 80% der Verwacklung waren hier dem Kopf geschuldet. <<
    Ich meine sogar zwei Köpfe ... ;-)

    LG Gerd der immer noch sein (teures) Sirui-T12xx Stativ nutzt.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen