1:2,8/350 mm unterwegs mit einer Legende

Ab und zu lohnt es sich, wenn man die richtigen Menschen kennen lernt.
Schon vor längerer Zeit hatte ich ein Gespräch mit einem
OLYMPUS-Mitarbeiter, dabei äußerte ich einen fotografischen
Wunsch-Traum, der Legende 2,0/250mm aus Analogzeiten ein paar
schöne Motive zu zeigen um zu sehen was Sie damit macht.
Er meinte das diese Optik schon extrem selten ist, aber wenn Du Lust hast
kannst mal ein Zuiko Auto-T 1:2,8/350 mm ausführen.


Wie es im Leben ist, man läuft sich nicht mehr über den Weg,
man vergißt das Gespräch, aber jetzt war es so weit.
Der nette Herr von OLYMPUS und ich kamen wieder in Kontakt,
ich erinnerte an meinen Wunsch, er sagte kein Problem, ich schicke es Dir.
Nun ist es da, ich kannte ja die Technischen Daten und hatte auch eine Vorstellung
von der Wertigkeit eines TOP-Opjektives aus der Zeit Ende der 1980er Jahre,
aber knapp 4 Kg ist schon für einen älteren Menschen eine Ansage.




Brennweite: 350 mm
Bildwinkel: 7° diagonal
Lichtstärke: 1:2,8
Blendenbereich: 2,8 - 32
Linsenanzahl/Baugruppen: 9-7
Kürzeste Entfernung: 3 m
Gewicht: 3.900 Gramm
Baulänge: 280 mm
Maximaler Durchmesser: 142 mm
Filtergewinde: 46 mm (Einschubfilter)
Gegenlichtblende: eingebaut, ausziehbar
Kaufpreis (1986/1992): 2.295 USD
8.494 DM (Quelle: "der große Foto-Katalog 92/93", C.A.T. Verlag Blömer GmbH)
Kadlubek-Code: OLP0410 (helle Fassung)
OLP0411 (schwarzen Fassung)
Aus OLYPEDIA




Das Wetter war stimmig, drücken gilt nicht, und ich war sehr auf die
Abbildungsleistung des Oldtimers hauptsächlich bei Offen blende gespannt.
So führte ich es in einem größeren Wildpark aus und wenn man schöne
Motive vor diese Optik bekommt, vergißt man das Gewicht und die plus 6° Grad.
Das Objektiv das ich bekam, hat einen hervorragenden Zustand, wobei ich
bei dem ersten Test merkte, das der manuelle Focus extrem leichtgängig ist,
der kleinste Kontakt mit dem Einstellring verstellt sofort den vorher
mittels Lupe und VF4 an der OMD E-M1 eingestellte Schärfepunkt.
Bei Motiven die etwas im diffusen Schattenbereichen liegen, ist die
Abbildung nicht unbedingt so wie ich es mir vorstellte, zumindest bei
Offenblende, ich hatte allerdings auch Motiv abstände von ca 100m,
genau das richtige für 700mm.



Sehr gute Abbildungsleistung im nahen Bereich bis 50m, das Licht wurde auch
besser und der Dunst verzog sich und nun zeigte der Oldtimer
seine Freistellungskünste, die mich absolut begeisterten.
Auch die Vergewaltigung als Makro-Objektiv meistert es hervorragend,
mittels 52mm Zwischenringe reduziert sich der Mindestabstand von 3m
auf ca. 2m und es es zeigt einen wunderbaren kleinen Schärfebereich,
mit eine tollen Bokeh und wenn das Licht im Hintergrund stimmt,
gibt es auch schöne Reflexkreise.



Dies war ein sehr schöner Tag, zwei Rentner im Wildpark auf Motivsuche,
ja auch das 350er hat schon ca. 25 Jahre auch dem Buckel und ist in Rente,
folglich wird es nicht mehr gebaut, aber es ist nach wie vor bei Sammlern
und Technikfreaks sehr gesucht und folglich nicht billig.



Dennoch macht die Arbeit mit diesem Objektiv im Manuell betrieb
sehr viel Spaß und Besitzer dieser Optik sollten es mal öfters ausführen,
ich darf es noch eine zeit lang und sage herzlichen dank an OLYMPUS
in Hamburg im speziellen dem Herrn der es mir ermöglichte damit zu arbeiten.







Vielleicht hat ja jemand das 2/250 im Regal stehen, und würde ihm  ein paar schöne
Motive gönnen, das heißt es mir für ein kleines Zeitfenster leihen, das wäre höchst interessant
und würde mich freuen.

Wer mehr Fotos sehen möchte, die nach und nach erweitert werden auf:

http://pen3.de/blog/128350-mm-unterwegs-mit-einer-legende/


Kommentare

  1. Wow. Da kommt in mir doch glatt ein bisschen der Neid hoch.... ;-) Nein, im Ernst. Ich gönne es Dir. derzeit würde es bei mir doch nur rumliegen.

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  2. Danke, es freut mich zu hören, das es noch andere "Abgedrehte" gibt, die Spaß an Experimenten, Spaß am ausprobieren alter Technik und sich selbst haben, das ist die Fotowelt von OLYMPUS

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  3. Feines Teil!
    Und ich gestehe, die, aus heutiger Sicht, leichte Unschärfe gefällt mir besser, als die manchmal etwas "harsche" Schärfe der modernen "digitalen" Objektive...
    LG, Martin

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  4. Tolle Fotos mit cremigem Bokeh. Vielen Dank fürs Ausprobieren und zeigen der Ergebnisse. Besonders überrascht hat mich, dass die Streulichtblende schon vor 25 Jahren ausziehbar konstruiert war. Wieso gab es danach überhaupt jemals eine andere Bauform!? :-)

    Beste Grüße,
    Dieter

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  5. Vielen Dank für den Bericht, es ist immer interessant, etwas über solche seltenen Stücke zu lesen - auch wie sie sich im digitalen Zeitalter bewähren.
    Es zeigt sich aber auch, dass die Optik-Entwicklung grosse Fortschritte gemacht hat. Die optische Qualität, die in den 80er Jahren noch für Begeisterung gesorgt hat ist heute "nur" noch gut. Es wäre sehr interessant, weitere Optik-Ikonen aus der analogen Zeit (z. B. Zeiss Superachromate und Apo-Teletessare, Leica Apo-Telyte) heute an eine E-M1 zu adaptieren und zu schauen, was hinten raus kommt.

    Viele Grüße
    Axel

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  6. ..was für ein Bericht.. , super feine Photos,Frank, mit solch einem "Oldie" , den heute keiner mehr schleppen mag..
    ..das Aufmacher-Photo.. ist ein wahrer hinngucker.!
    HG
    Werner

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  7. So eine Resonanz hätte ich nicht erwartet, gerne würde ich auch andere Exoten oder Oldtimer mal an meine Kamera anflanschen, mit dem 2,8/350 das war ein Glücksfall, zu mehr Test´s gehören Beziehungen, oder eine Sammlung, beides habe ich nicht, aber wer weiß was sich noch einmal ergibt.
    HG Frank

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  8. ....ist ja fast so wie bei uns - je älter wir werden oder sind, um so besser sind oder werden wir - oder Frank :-)

    LG Karl

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    1. Es ist mit uns wie mit alten Wein, jetzt erst entfalten wir langsam unser volles Bouquet gruß in den Süden.....

      Frank

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