Meyer-Görlitz Trimagon 95mm f/2,6

Meyer-Optik in Görlitz ist für seine Triplets mit Seifenblasenbokeh bekannt. Das Bekannteste ist das Trioplan 100 f/2,8, das mittlerweile gebraucht zu Mondpreisen gehandelt wird. Nachdem Meyer-Optik zu DDR-Zeiten volkseigener Betrieb wurde und 1991 endgültig dicht machen musste, wurde die von Globell aufgekauft und seit 2014 werden wieder Objektive unter diesem Namen vertrieben. Tatsächlich gefertigt wird in Görlitz nicht viel, beim hier behandelten Trimagon stammt die Mechanik außenrum von Novoflex und Weller und die Blende von Neumann. Meyer Optik beschränkt sich auf Montage, Justage und Verapckung.
Das sieht dann so aus:

 
Und wenn man's aufmacht:


Und ausgepackt dann so:


Und mit offener Blende von vorne:


Und da holpert das "Made in Germany" schon. Das Objektiv, das für 1600 Euronen über den Ladentisch geht, hat an einer der Innenlinsen deutlich sicht- und fotografierbar Montageschäden - hier links als schwarzer Punkt sichtbar. Und man sieht hier auch, warum das Objektiv als "Porträtlinse" beworben wird - es hat einen deutlichen Gelbstich.

Was kommt nun raus?

Voila. Und wenn man dann näher rangeht:


Abenteuerliche CAs,


Die Schärfe ist nichts Berühmtes, die harten Übergänge bei Überstrahlungen sind heftig. Ein Auto mit Lichtreflexen auf der Karosserie ist richtig schräg.

Als Vergleich habe ich mal ein altes Meyer-Görlitz Orestor 135mm f/2,8 für ein Zehntel des Preises antreten lassen:


Kein Seifenblasenbokeh,


Überstrahlungen ja, aber keine bunten CAs.


Harmonische Schärfe und saubere Übergänge in die Überstrahlung.

Ich werde also das Trimagon ohne Bedauern wieder einpacken und zurückschicken.

Kommentare