Ich mache jetzt auch Fotokurse...

Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann. Jahrelang habe ich gesagt "Ein Fotograf, der Kurse gibt, ist anscheinend mit anderen Aufträgen nicht ausgelastet." Und nun mache ich selber welche.
Dabei bin ich eigentlich ausgelastet. Freie Wochenenden kenne ich seit 2005 nicht mehr. Warum mache ich es jetzt trotzdem?


Man nenne es Sendungsbewusstsein. Ich begleite seit Jahren Workshops von anderen Fotografen mit der Videokamera und habe auf die Tour allerhand erlebt. Ich unterhalte mich mit Models, die Workshops "machen" und sehe mir an, was bei solchen Workshops an Ergebnissen herauskommt. Und zweimal im Jahr habe ich selbst einen kleinen Workshop gehalten und habe mir jedesmal überlegt - so bringt das nix.


Bei kurzen Workshops von ein paar Stunden muss man Frontalunterricht machen und selbst bei einem Tagesworkshop kommt man kaum über das Vermitteln von Binsenweisheiten und technisch/physikalischen Gegebenheiten hinaus. Ich habe Workshops miterlebt, wo den Leuten ein einstündiger Kurs über zeitgenössische Malerei verpasst wurde, bevor sie mit der Kamera nach draußen sollten und immer noch genauso wenig wussten, wie vorher, wie man solche tollen Fotos macht, wie sie der Referent zustandebringt.
Und ich habe Kurse gehalten, bei denen ich Journalisten ihr Arbeitsgerät von N oder C erklären musste oder auf die Schnelle herausfinden musste, wie man bei einer Pentax K-01 einen Weißabgleich auf eine bestimmte Kelvinzahl setzt. Bin ich Gott? Ich kenne mich mit Olympus-Kameras aus. Und genau deshalb halte ich in Zukunft Kurse für Olympus-User. Da weiß ich, wo ich hinlangen muss, jeder weiß, was gemeint ist, wenn er auf "A" umstellen sollen und alle haben ein SuperControl Menü auf dem ich schnell sehe, ob irgendwas in den Einstellungen verübelt ist. Und ich habe jede Menge Objektive und Zubehör da, das man bei diesem Kurs ausprobieren und verwenden kann.



Und ich habe die Möglichkeit dazu. In Rocksdorf habe ich mittlerweile eine fast ideale Schulungslocation für Wochenendkurse. Man ist bei einem Kurs während der ganzen Zeit zusammen, kann kreativ sein, hat jederzeit alle Möglichkeiten fotografisch tätig zu werden, kann aber auch "chillen" und "smalltalken".


Und die Gruppen sind begrenzt. Drei, maximal vier Kursteilnehmer garantieren, dass niemand zu kurz kommt. Bei den Kursen für Fortgeschrittene will ich nicht an einem Nachmittag ein Model einfliegen, das mal kurz abgeknipst wird, damit jeder ein garantiert hübsches Motiv auf der Speicherkarte hat - sondern das Model ist die ganze Zeit dabei. Vom verknautschten Morgen bis zur durchdiskutierten Nacht.


Rein fotografisch natürlich praktisch - wenn man eine dumme Idee hat, kann man sie sofort umsetzen. Aber "das Model" ist dann halt auf einmal nicht mehr "das" sondern "Sie" oder "Er". Und hat Anweisung, klar und deutlich zu äußern, was sie/er von der anstehenden Fotoidee hält und wie sie/er sich dabei fühlt. Denn schließlich muss der Kursteilnehmer nach Ende des Kurses wieder mit Menschen klarkommen, die nicht dafür bezahlt werden, vor der Kamera zu stehen.



So ein mehrtägiger Fotokurs kostet natürlich ein Heidengeld. Ist so, kann man nichts dran machen. Die Unkosten müssen gedeckt werden. Und schließlich kann man auch nicht nur Wasser und Brot anbieten.
Einmal im Halbjahr mache ich allerdings eine Ausnahme. Für Fotografen zwischen 18 und 28. Da mache ich einen Wochenendkurs kostenlos. Allerdings habe ich einen Wettbewerb vorgeschaltet. Näheres zum Wettbewerb und zum Kurs gibt's in einem Flyer, den man sich hier runterladen kann. Einsendeschluss dafür ist der 1.9.

Nachtrag: Weil ich jetzt mehrfach gefragt wurde: Für Unterkunft und Verpflegung berechne ich nichts. Außer jemand besteht auf Champagner oder größere Mengen Scotch. Dann bitte selber mitbringen....

Kommentare

  1. Ja super und dann noch das Thema "Tür" wo ich reichlich Material hätte ... wenn da nicht eine Einschränkung wäre. Blöd wenn mal alt wir und gerade so eben (gefühlt) aus dem Raster ist mit 18 - 28! ,:(
    LG Gerd

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    1. Vielleicht kennst Du ja jemanden, der auch Türen fotografiert und so alt ist, wie Du Dich fühlst.

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  2. Hallo Reinhard,

    das Angebot klingt verlockend und für mich, in Nürnberg wohnend, nicht so weit weg. Du schreibst, Übernachtung ist möglich. Wäre die im Preis mit drin? Natürlich könnte ich die paar Kilometer jeden Tag hin und her fahren, aber dann fehlt Zeit zum gemütlichen Beisammensein. ;-)

    VG
    Carsten

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    1. Übernachtung und Verpflegung kostet nichts.

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