E-M1 V4 focus-Stacking, IV

Jetzt hat die Funktion echt nicht viel, was man falsch machen kann, aber schon kursieren die ersten Gerüchte im Netz.
1. Natürlich kann man Freihand stacken. Ich hab's ausprobiert und weiter unten zeige ich auch, warum das geht.

2. Auch wenn die Methode, mit der der Fokus ermittelt wird, überraschend ist - es steht im Hilfetext an der Stelle, wo man das einstellt. Man muss es nur lesen.

3. Auch das Licht darf sich ändern. Es dürfen sich sogar Äste bewegen. Es funktioniert trotzdem.

Ich bin extra nochmal ins Studio gelatscht und habe einen entsprechenden Aufbau gemacht, um die Effekte zu zeigen:
Das hier sind mal alle acht Bilder in einer Collage zusammengefasst. Motiv: Eine Kerzenflamme und eine Farbwechsler-LED-Kugel. Dahinter eine Glaskugel und eine Edelstahlkugel.



Und das hier macht der Stackingmodus der Kamera draus:



Er schmeisst das weg, was unscharf ist und übernimmt nur das Scharfe. Das ist das Wesen des Stackens. Wenn ich irgendwas Unscharfes aus dem Bild nehme, ist das schlicht irrelevant.

Hier:


Das ist ein Bild, bei dem ich die unscharfe Kugel während des Stacks schrittweise nach rechts gestellt habe. Und das hier ist der fertige Stack:


Man sieht von meiner Aktion schlicht nichts. Die Reflektion auf der Spiegelkugel im Hintergrund ist scharf und bleibt - egal was ich im Unscharfen davor treibe.
Das funktioniert auch, wenn ich das Setup gleich lasse, aber das Licht verändere. Hier habe ich nicht nur die LED-Kugel laufen lassen, sondern noch zusätzlich aus verschiedenen Seiten mit einem Spot reingeblitzt. Hier vier stark unterschiedliche Teilbilder des Stacks:


Der  Stack sieht so aus:


Schrittweite sind übrigens überall 3 Steps und Blende 2,8. Mit 10 Steps hatte ich oft das Problem, dass die Kamera den Stack verweigert hat. Grund: Hinter dem Aufbau gab es nichts mehr, was scharf gestellt hätte werden können. Und wenn zu viele Fotos völlig ohne Schärfe geliefert werden, streikt die Kamera. Sie toleriert aber einzelne missglückte Fotos in der Reihe.
Und genau das ist der Grund, warum das Stacking auch Freihand geht. Einzelne verwackelte Bilder im Stack sind kein Problem. Auch insgesamt darf zwischen den Bildern gewackelt werden, solange die Verwacklung innerhalb des Beschnitts bleibt, der sowieso vorgenommen wird. 
Und natürlich werden die Stacks vom Stativ schöner und man kann genauer arbeiten - aber man hat halt nicht unbedingt zu jeder Zeit ein Stativ dabei.

Und damit ist für mich Schicht im Schacht. Ich klappe den Laptop zu und seile mich wieder ab.....


Kommentare

  1. "Und damit ist für mich Schicht im Schacht. Ich klappe den Laptop zu und seile mich wieder ab....."
    Seit wann hast Du so lange Haare?
    Danke für die Beispiele und Erläuterung.
    Gruß
    Hartmut

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  2. Würden unscharfe durchhuschende Personen verschwinden, wenn man Stacking bei der Available Light Fotografie verwendet?

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    1. Das ist ein bisschen ein Problem. Der Fokus verändert sich - es ist also sehr schwer, solche Effekte zu steuern. Im Prinzip ja, aber wenn man Pech hat, bekommt man zuviele unscharfe Bilder und dann schlägt der Stack fehl. Beim HighRes-Shot kann man diesen Effekt der Auslöschung von Geistern gut steuern. Beim Stack eher nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass man etwa bei Aufnahmen auf der Straße solche durchhuschenden Personen reduziert - aber meistens erwischt man die eben doch auf irgendeinem der Einzelbilder scharf - und dann sind sie eben im Bild. Ist eher was für Fortgeschrittene und Spezialfälle.

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  3. Nun habe ich alle 4 Teile deines Beitrags durch. Spannend, spannend, was du da an Erkenntnissen zusammengestellt hast. SEHR anschaulich, nützlich und informativ! Vielen Dank nochmals!
    LG
    Christian

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