Die Verlagsbranche - eine Welt, bevölkert mit denkwürdigen Wesen...



An manchen Tagen denkt man, die Welt ist irre geworden - aber dann überlegt man sich: Gut, passen wir uns an, knallen wir halt auch durch.
Bisschen Hintergrund: Ich schreibe ja Bücher über Olympus-Kameras. Sollte sich rumgesprochen haben. Seitdem die Olys mehr verkauft werden, kommen auch andere Autoren auf den Trichter, dass da Geld zu verdienen ist - und Bingo: Schon gibt es Konkurrenz auf dem Markt. Das belebt ja bekanntlich das Geschäft und wer das erste Buch auf den Markt bringt, macht die Kohle. Also wird geschrieben, was die Tastatur hergibt, Zielvorgabe ist, dass drei Monate nach der Kamera das Buch auf dem Markt ist. Das schaffe ich leider nicht. Ich brauche zu lange zum Knipsen.... ;-)

Vierfarben, die früher mal Galileo hießen, haben den Ehrgeiz das zu schaffen und bringen im Dezember das Buch zur E-M10II raus. Herr Exner hat früher die Sony-Bücher gemacht und macht jetzt eben Olympus - ist ja fast das Gleiche. Kollegensschelte geht gar nicht, also verkneife ich mir jeden Kommentar.
So, Zeit für ein Bild:


Das hier ist mein Titelbild für das Buch, an dem ich gerade schreibe... ;-) Kleiner Gag am Rande: Der Lippenstift ist in Natura nicht etwa Graulila, sondern bräunlich, das Foto ist mit auf Graukarte kalibrierter E-M1 gemacht. Wo kommt diese Farbe her? Das Bild ist mit ArtFilter "Partielle Farbe" auf Color(2) gemacht. In Natural sieht das so aus:



Ein ColorKey mal andersrum....

Warum habe ich jetzt die Vierfarben-Story angerissen? Der Verlag hat mich angeschrieben:

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Guten Tag, Herr Wagner,

bei meiner Recherche zu Kooperationspartnern für unsere Olympus-Kamerahandbücher bin ich auf oly-e.de gestoßen und melde mich nun bei Ihnen.
Was ich mit Kooperation meine: Ich bin auf der Suche nach Menschen, die im Besitz einer Olympus-Kamera (Modelle OM-D E-M5 Mark II und OM-D E-M10 Mark II) sind und Lust haben, sich mit unseren Kamerabüchern auseinanderzusetzen, um uns ein Feedback zu Inhalt, Aufbau und Autor zu geben.

Wir würden das Buch kostenlos an den jeweiligen Interessenten schicken, dieser dürfte es behalten und würde sich so mit dem Buch auseinandersetzen, dass er dazu eine Rezension verfassen könnte. Diese Rezension sehen wir vor allem bei Amazon. Auf diesem Marktplatz tummeln sich allerlei Menschen, die sich in erster Linie informieren wollen. Und wir möchten dafür sorgen, dass zu den Büchern auch Bewertungen vorliegen.

Wir machen den Rezensenten keine Vorgaben bzgl. Inhalt oder Länge. Auch muss nichts durch uns freigegeben werden. Wir sind an einer ehrlichen Meinung interessiert. Natürlich freuen wir uns aber, wenn man den Kontakt zu uns sucht, sollte ein Buch nicht gefallen.

Hier die Links zu den Bücher:
>> www.vierfarben.de/4050 (nicht wundern, wir haben gerade unser Layout komplett überarbeitet)

Gerne können wir die Kooperation auch auf weitere Fototitel ausweiten, wenn das für Sie interessant wäre.

Ich freue mich auf Ihre Antwort und stehe bei Fragen natürlich gerne zur Verfügung

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Ich war erstmal baff, denn ich kann natürlich keine Rezension für ein Konkurrenzprodukt schreiben - das geht ja mal gar nicht. Klar, das Vorgehen ist legal und da das Buch noch keine 1000 Euro kostet, muss der Rezensent auch nicht mitteilen, dass er das Buch geschenkt bekommen hat. Aber gekuckt habe ich schon, dass die Mail an mich ging. Also erstmal zurückgeschrieben, ob sie das ernst meinen und ob ich die Mail veröffentlichen darf. Und siehe da: Ja, ich darf und ich würde ihnen einen Gefallen damit tun. Na, hiermit mache ich das eben. Wer also das Buch / die Bücher von Herrn Exner zur Rezension haben will, wende sich vertrauensvoll an
sophie.herzberg ät vierfarben.de
Und ich brauch' jetzt einen Schnaps...


Und auch das hier ist ein ColorKey....

Und für alle Whiskey-Liebhaber. Ja, das ist Aldi-Stoff, den verwende ich zum Fotografieren, weil das billiger als Apfelsaft ist. Apfelsaft verdirbt zu schnell, der Sprit hält ewig. Zum Trinken gibt's als Hausmarke Balvenies.

Kommentare

  1. Das ist ja n Ding! ;-)

    Den trick mit dem Colorkey-verkehrt herum habe ich noch nicht durchschaut. Bitte mal erklären!

    Und am Rande: ich nutze Penny-Stoff namens PennyPacker zum Fotografieren ;-)

    lg
    Martin

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    1. Öhm, jetzt hab ichs (glaube ich)...
      Color(2) ist einfach der zweite "click" beim Einstellen der Farbe. Und zufällig ist das recht genau die dominierende Farbe im Bild. So dass das Ergebnis aussieht wie "Colorkey verkehrt herum".

      ?!?!

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    2. Bingo. Genau so geht's. Auf die Tour habe ich schon aus eklig blauen Kleidern elegante Abendgarderobe gemacht....

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  2. LOL - sehr schöne Geschichte :-) ... ich warte ja immer noch drauf, daß Ferrari mich anschreibt, weil ich ferraristi.de habe und mit einen zum Testen und Behalten anbietet :-).
    Übrigens wüßte ich nicht, was ehrenrührig daran wäre, ein Buch eines "Kollegen" zu rezensieren ...

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  3. Na, ja, ein Buch es Kollegen zu rezensieren, ist ok. Aber ein Buch eines Mitbewerbers am Markt, das geht nicht seriös. Das Ansinnens des Verlags ist schon etwas fragwürdig.
    Gruß
    Hartmut

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  4. und was ist jetzt hier so fragwürdig?
    der verlag arbeitet arbeitet offensichtlich transparent, erlaubt die veröffentlichung des schreibens, mach keine vorgaben zum rezensieren, die kommentare bei amazon sind als "nicht verifizierter kauf" ersichtlich und das verlangen eine schnelle rückmeldung zum buch zu erhalten ist ok (auch für den leser). ok, das buch wurde verschenkt, aber das warś schon.
    also was ist hier fragwürdiges verhalten?

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    1. Die Story ist leider nicht ganz komplett. Ich habe hier Mails vorliegen, in denen ein Rezensent die Kritik vorab an den Verlag geschickt hat und der Verlag darum gebeten hat, die Rezension nicht zu veröfffentlichen. Weitere Details schreibe ich dazu nicht. Generell ist das Verfahren, Nicht-Journalisten kostenlos Bücher zur Verfügung zu stellen, sagen wir mal so - ungewöhnlich. Und der Verlag arbeitet keineswegs transparent - ich habe lediglich für Transparenz gesorgt. Wenn er transparent arbeiten würde, müsste er dieses Angebot auf seiner Homepage veröffentlichen.

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    2. "ich habe lediglich für Transparenz gesorgt" - sagen wir mal "öffentlich gemacht".
      ein "gewisses geschäckle" hat dieser thread, mit seinen andeutungen - "mehr sage ich dazu nicht" aber schon. so oder so, die welt will beschissen und manipuliert werden, also werde sie ...

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    3. Hallo Arthur, Verzeihung, dass ich Dich nicht gleich erkannt habe. Na, wieder nichts zu tun?

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