LiveComposite - oder: warum man zum Fotografieren in Wien in den Keller geht...

Bei LiveComposite frage ich mich mittlerweile jeden Tag, wie man heutzutage noch Kameras verkaufen kann, die das nicht haben. Meine E-M1 liegt rum und wenn ich irgendwo hinfahre ist immer die E-M10 dabei. Klar, ich schreibe gerade am Buch zur Kamera, aber es hat auch einen anderen Grund: ich könnte irgendeine abgefahrene Idee haben - und dann die falsche Kamera dabei.... geht gar nicht.

Zum folgenden Bild gibt's eine Hintergrundstory: Helge ist auf Usertreffen immer für schräge Ideen gut - und diesmal wollte er mit LiveComposite einen weißen Ninja machen. Und die Blitzerei sollten schwarze Ninjas erledigen. Helge hatte eine Bekannte in Wien, die einen Keller aus dem 11. Jahrhundert hatte, und außerdem noch einen Schädel, der aus der gleichen Zeit stammte. Also habe ich Fu, das Tough Girl aus dem Video angehauen, Treffpunkt Samstag früh mitten in Wien:


Durch das Tor geht es in einen tollen Innenhof - und gut vier Meter tiefer liegt dann ein alter Weinkeller, in dem schon die Türken sich einen angesoffen haben, als sie Wien belagerten.



Das hier ist der älteste Teil des Kellers - eine ziemlich feuchte und staubige Angelegenheit - und trotz zweier Lichtschächte ziemlich dunkel. ISO 3200, Blende 2,8, 1/30.... Es reicht gerade so zum Filmen...


Und das ist das LiveComposite-Bild, das dann bei der Aktion rauskam. 100% OoC - genau so eben auch als RAW. Blende 14, ISO 200, 0,5 Sekunden Belichtungszeit. Und das hier ist das "Making-Of":




 Und wenn man schon mal in der Location ist, macht man noch ein paar andere wilde Gags - das Nächste ist  natürlich ein "Must" - ein Schaukampf. Leider hatten wir nur ein Schwert, also mussten wir das Bild auf mehrmals machen.....;-)


Und dann noch ein Gruselbild - auch als Anregung, was man mit LiveComposite alles machen kann:


Schattenwerfende Geister.... Zutaten: ein Blitz, Hintergrundbeleuchtung und eine möglichst dunkel gekleidete Person. Wenn man jetzt richtig schräg drauf wäre, könnte man an die Stelle des dunklen Ninjas die weiße Ninja setzen, von vorne beleuchten und dann wirft die kleine Fu auf einmal einen riesigen Schatten........

Und nachdem gestern endlich mal bei uns ein kleines Gewitter war, konnte ich dann noch was anderes ausprobieren:


Gewitterfotografie mit LiveComposite ist geradezu lächerlich einfach. Kamera hinstellen, auslösen, warten. Hier mit Blende 4,0 und 2 Sekunden Basisbelichtungszeit, ISO 200. Der Witz daran: man kann auch warten, bis man ein paar mehr Blitze drauf hat:


Das waren drei Blitze, Gesamtbelichtungszeit 7 Minuten. Und das Nächstemal fahre ich zu einem Platz, an dem ich ungehinderten Blick zum Horizont habe.... Flash-Trigger braucht kein Mensch mehr....

Kommentare

  1. Hallo Reinhard. Es ist immer wieder schön, mit welchen Ideen Du uns überraschst. Extrem cool gemachte Aufnahme. Und: unfassbar diese Kleine. Dabei bin ich doch mit meiner M1 sehr zufrieden. Brauche ich also noch eine M10, damit ich immer eine richtige Kamera dabei habe???
    VG Claus.

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  2. Flash-Trigger hat man auch vorher nicht wirklich gebraucht. Solange nichts im Motiv so hell ist, dass man keine Langzeitbelichtung machen kann, stellt man z.B. einfach 30 Sekunden ein und drückt immer wieder ab. Damit verpasst man vielleicht mal den einen oder anderen Blitz, aber wenn es ein lohnendes Gewitter ist, spielt das keine Rolle finde ich.
    Aber gut, das Live Composite ist natürlich eine feine Sache, nicht nur für Blitze und Sternenspuren.

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