Streulichtblendendinge....

Streulichtblende, Gegenlichtblende, Geli, Tüte...  Kennt man. Ist meistens aus Plastik, kostet vergleichsweise absurdes Geld und wird oft genug beim Objektiv nicht mitgeliefert. Und wenn doch, montieren Sie manche Leute in "Parkstellung" weil es so bequemer ist und weil man dann besser die UV-"Schutz"-Filter draufschrauben kann. Ich habe hier mal so einen Haufen davon abgebildet - das ist so das Zeug, das sich in meiner Fototasche 'rumtreibt:

Nun hatte ich letzthin ein Gespräch mit einem sehr netten Kamerapromoter, der mir erklärt hat, die "Gelis" würden bei den modernen Objektiven nicht mehr mitgeliefert, weil sie schlicht unnötig seien. Die Objektive hätten mittlerweile so eine tolle Vergütung drin, dass keiner mehr die Plastikdinger brauchen würde. Sofortige Versuche am Kneipentisch mit Taschenlampe und E-M5 brachten kein wiederholbares Ergebnis, also habe ich mich heute mal drangemacht um es richtig auszuprobieren.
Versuchsaufbau: E-M5 mit 45er auf Berlebach-Report mit Berlebach-Kopf. In ein Lichtzelt ein altes Schaub-Lorenz SL100 gestellt, links eine Oktabox mit einem Meter Durchmesser, rechts ein Snoot (Engstrahler), der genau aufs Objektiv gerichtet ist:


So, und nun nehmen wir mal die Streulichtblende ab:


Betonen möchte ich, dass das hier mit Blende 5,6 geschehen ist - Offenblende ist das noch krasser. Ok. Das 45er betreibt ja nun niemand ohne Streulichtblende. Aber das 14-42? Das Brot-und-Butter-Kit-Objektiv habe auch ich nun seit ewigen Zeiten ohne Blende im Einsatz. Leider ist der Effekt beim 14-42 identisch. Die Bilder sind fast nicht von denen des 45ers zu unterscheiden. Und das bei 42mm. Dann gleich noch einen Test bei 14mm. Hier mit Blende:


Und links mit einer alten Olympus IS-200. (Eine analoge "Superzoom"-Kamera). Und auch hier: Geli weg:


Ich habe es dann noch mit ganz normalen Setups probiert: zwei Softboxen links und rechts. Und beim Pixelpeepen war ich dann doch platt: auch hier gibt es Unterschiede mit oder ohne Streulichtblende. Kontraste werden flauer, Details verwischen. Natürlich nicht so brutal wie hier, aber es ist klar: Streulichtblende ist bei jedem Objektiv in jeder Situation Pflicht. Auch ich werde wohl in den saueren Apfel beissen und mir für meine mFT-Sammlung Blenden nachkaufen müssen. Olympus: bitte liefert bei den mFTs in Zukunft Blenden mit - egal was eure Vertriebler oder Controller sagen: mit ist einfach besser!


NIEMALS OHNE!


Kommentare

  1. Hallo Reinhard!

    Danke für den Test! Sehr aufschlussreich.
    Hätte nicht gedacht, dass die Blenden derart viel bewirken.

    Auch für mich gilt zukünftig: Niemals ohne.

    LG
    Manfred

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  2. Von mir auch Danke.

    Wobei man da schon einen Unterschied zwischen Weitwinkel und Tele machen muss und auch das ambiente Licht spielt eine Rolle. Manchmal ist eine Geli wirklich überflüssig und manchmal nützt sie ohnehin nichts (gerade bei Weitwinkelobjektiven).

    Für meine Spiegelreflex-Objektive verwende ich auch immer eine Streulichtblende, für meine mFT-Objektive nicht. Grund: nimmt mir einfach zu viel Platz weg. Ich habe mir eine minimal kleine Tasche gekauft, so dass ich 3-4 Objektive unterbringen kann. Mit Gelis würden noch max. 2 reinpassen. Besser wäre es, aber Geld für ein Stück Alu oder Plastik ausgeben UND dann noch mehr Platz benötigen? Muss man sich wirklich überlegen, auch wenn man einen deinen Versuchen sieht, dass es schon sinnvoll sein kann.

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  3. Ich verwende zum 7-14 mittlerweile den Filterhalter von Helge, selbst wenn ich gar keinen Filter drin habe. der Halter ist eine perfekte Erweiterung der Streulichtblende, der Unterschied ist sofort sichtbar.

    Und selbst wenn einem der Zugewinn an Bildqualität durch das Stück Plaste egal ist: ohne Streulichtblenden wären mir schon vier oder fünf Frontlinsen zersplittert. Darunter ziemlich teuere.

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