Praxis-Check des Sigma 30mm F2.8 EX DN beim Wocheneinkauf

Was macht man, wenn man ein neues Objektiv wie das Sigma 30mm F2.8 EX DN bekommt, es unbedingt ausprobieren möchte, aber stattdessen wochenends Familien-Termine anstehen?

Man fährt am Samstag vormittag erstmal Einkaufen (wie jede Woche), setzt den einjährigen Sohn in die Kraxe auf den Rücken (der genießt es!) und hängt sich die PEN mit Sigma um den Hals. So ist dieser Praxis-Check entstanden...

Das Sigma 30mm F2.8 EX DN ist seit rund einem halben Jahr auf dem Markt und im mFT-Sektor (wie auch für Sony NEX-Kameras) ein attraktives Angebot:
Für einen Internet-Marktpreis von derzeit rund 160 € bekommt man ein kompaktes, 135 g leichtes Fast-Normalobjektiv, welches ordentlich verarbeitet ist (solider Kunststoffkorpus, Metallbajonett) und mit F 2.8 eine gute Lichtstärke besitzt. Bei dieser leichten Telebrennweite sollte man mit Offenblende schon richtig gut freistellen können...

Aber was taugt das Objektiv im Praxiseinsatz wirklich?

Das wollte ich am Samstag wissen und nahm die Kombi Olympus E-PM1 + Sigma 2.8/30mm mit in einen Getränkemarkt, einen Drogeriemarkt und zwei Discounter. Alle Photos lade ich in Originalauflösung hoch - sie sind entweder OOC oder nur geringfügig bearbeitet (keine Retuschen o.ä.!).

Klar: Erwähnt werden muss noch die Eigenheit, dass das Objektiv im "Offline"-Modus (Kamera ausgeschaltet) rappelt, wenn es in Richtung der optischen Achse (nur dann!) bewegt bzw. geschüttelt wird. Der Linsenblock der Innenfokussierung bzw. dessen Einfassung "dotzt" dann irritierend nach vorne und hinten an, das klingt fast wie ein Würfel im Becher. Aber sobald die Kamera an ist und ca. 2 Sekunden für die optische Justierung des Linsenblocks vergangen sind, ist die Optik ruhig, sehr präzise und der flüsterleise Autofokus rekordverdächtig schnell.

Die guten Freistellungsfertigkeiten beweist die Optik im Getränkemarkt:


Vignettierung war selbst bei Offenblende kaum feststellbar, eine ganz leichte tonnenförmige Verzeichnung dagegen schon (im AL..-Kassenraum):


Das Bokeh des Sigma 30mm ist richtig stark: hier ein Beispiel aus dem Deckenbereich im Drogeriemarkt...


Was für Zerstreuungskreise!
Hier zum Vergleich das Motiv in Scharf:


Zum Abschluss geht´s zur NO... Mittlerweile ist Sohnemann im Rückraum zwar schon ein wenig agiler am Plappern, aber es bleibt noch Zeit für das dynamische Apfelangebot...


...sowie die perspektivisch interessante neue Dekoration:


Nach zwei Stunden kam ich mit dem guten Gefühl nach Hause, nicht nur meinen Einkauf mit gut gelauntem Sohn komplett erledigt, sondern auch eine Spitzenoptik für meine PEN erstanden zu haben.
Offline-Geklapper und leichte Tonne nehme ich locker in Kauf für die brillianten, fein aufgelösten Bilder und die Kompaktheit des Sigma 30mm F2.8 EX DN!

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