Götterdämmerung: 50mm VS 60mm

Ich habe es ja schon geschrieben: das 75er kann in der Top-Pro-Liga mitspielen. Aber heute ist das 60er Makro 'rausgekommen. Ich durfte das einzige 60er in Deutschland ein paar Tage spazieren führen und meine Ergebnisse sind eindeutig. Das Zuiko 50er f/2,0, das jahrelang die Referenz in Sachen Schärfe und Abbildungsqualität war, ist entthront. Der Gott des Lichts ist nur noch Nummer 2.

Hier mal der Vergleich: das 50er Makro aufgerödelt mit dem EX-25, damit es 1:1 erreicht, und dem MMF-1 damit es an die 16MP-E-M5 passt. Spasseshalber gleich noch an die Naheinstellgrenze ausgefahren. Man sieht schon: allein der freie Arbeitsabstand ist beim 60mm ein ganzes Stück größer. Während man mit dem 50er aufpassen muss, dass man die Spinne mit der Gegenlichtblende nicht aus dem Netz schubst, hat man mit dem 60er bequemen Abstand. Vom Fokusbegrenzer, der auch noch das Objektiv per Schalterchen automatisch an die Naheinstellgrenze fährt und dem Anzeiger für den Abbildungsmaßstab ganz zu schweigen. Abgedichtet sind beide - nur das 60er ist dadurch, dass es keinen Rüssel ausfährt, noch ein bisschen dichter. Leider habe ich die praktische Sonnenblende für das 60er nicht dazubekommen. Das ist nämlich eine Schiebeblende, die in jedem Auszug stehenbleibt.
Und jetzt: Butter bei die Fische:


Das ist das Foto eines Fruchtstandes einer Blaudistel - Abbildungsmaßstab 1:1. Blende 13, damit ich überhaupt sowas wie Schärfentiefe bekomme. Und nun habe ich wieder zwei RAW-Ausschnitte mit Picasa entwickelt, das definitiv unverdächtig ist, etwas zu manipulieren - es handelt sich um 100%-Crops aus dem Zentrum:



Das obere Foto ist aus dem 60er, das untere aus dem 50er mit EX-25. Das Bild aus dem 50er sieht hier nur kleiner aus, in Wirklichkeit ist es größer - draufklicken und die 100%-Ansicht vergleichen. Das 50er bildet deutlich flauer ab und die Details sind verwaschener.


Damit die Sache fair zugeht, nun Vergleichsfotos mit Maßstab 1:2. Das Model hat sich ohne Gage bereit erklärt, still zu halten...


Deutlich erkennbar: oben 60mm, unten 50mm, diesmal mit Blende 8.


und noch ein 100%-Crop, diesmal aus dem JPG: ein Wasserläufer, diesmal mit Blende 2,8 - Offenblende. Alle Bilder sind ausser dem Crop nicht nachbearbeitet. Keine Nachschärfung, nichts.


Und hier noch etwas brutales Gegenlicht bei Blende 22 und gleich noch eine Abbildung der Blende: Olympus sagt zwar was von kreisrund, das dürfte aber nicht so ganz hinkommen:


Und noch ein bisschen Freihandblümchen, auch wieder ein 100%-Crop:


und zum Schluss etwas, was man mit dem Objektiv tunlichst unterlassen sollte: ein Crop aus einem Porträt, Blende 10:


Marina, vielen herzlichen Dank, dass Du Dich bereit erklärt hast. Das ist nicht selbstverständlich.

Fazit: Das 60er-Makro soll für 599,- UVP über den Ladentisch gehen. Wer bei mFT DAS Makro sucht, wird um das neue m.Zuiko nicht 'rumkommen. Ich prognostiziere eine Schwemme von 50mm Makros auf dem Gebrauchtmarkt. Ich war stark versucht, mein eigenes noch schnell zu verkaufen, bevor ich diesen Artikel geschrieben habe. Aber soweit ich weiß, sind Insidergeschäfte verboten....

Ergänzung: wer ein bisschen an den Original-JPGs pixelpeepen will und zufälligerweise im Oly-Forum angemeldet ist: Ich habe dort die Bilder hochgeladen:
Hier ist das Porträt und Hier die Spinne Die Vollauflösung gibt's allerdings nur für angemeldete User.

Kommentare

  1. Also, das ist wirklich erstaunlich. Danke für diesen tollen Test!

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Reinhard
    Ich hab den Eindruck, du vergleichst hier Äpfel mit Birnen, oder zumindest Boskop mit Gravensteiner.
    Das 50er wurde für FT und Massstab 1:2 konzipiert. Es ist anzunehmen, dass der EQ25 und Adapter eingesetzt die BQ beeinträchtigt.
    Aussagekräftig wäre doch ein Test, wenn das 50er auf FT und das 60er auf mFT, beide Objektive im Massstab 1:2 eingesetzt würden.
    Herzlich grüsst: Urs

    AntwortenLöschen
  3. Habe ich. Siehe oben. Die Spinne ist mit 1:2 ohne EX-25 gemacht.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen