PEN und SEMA

Die E-P2 und E-PL1 haben ja diesen Zubehörport, an dem man den "EMA-1" anschließen kann, ein kleines schwarzes Kästchen mit einer 3,5mm Klinkenbuchse vorne dran. Das EMA kann man dummerweise nicht blanko kaufen, sondern nur in Verbindung mit einem kleinen Stereomikro und einer etwa ein Meter langen Klinkenverlängerung mit Krokodilklemme für den Kragen.  Zusammen heißt das dann SEMA1 und soll den Klang bei der Aufnahme sehr verbessern.

Da ich am 10.7. zusammen mit ein paar Helfern und ein paar PENs eine Konzertdoku machen werde (über die Vorbereitungen gibt's hier am Blog Infos) suchte ich nach einer Lösung für den Ton und habe deshalb mal einen Schwung Oly-Mikros getestet.

Das ME 51S, das beim SEMA-1 dabei ist gibt einen vollen Klang und ist deutlich besser als die eigenbauten Mikros aber - und das ist die Überraschung - es ist extrem windempfindlich. Ich habe meinen Studioventilator beim Test auf  Kamera und Mikrofon gerichtet. Und während die internen Mikros nicht weiter beeindruckt waren, war der Ton mit dem ME51S unbrauchbar.

Nächster Versuch: das Kragenmikro (Mono) ME52. Das Mikro ist auf Sprachverständlichkeit ausgerichtet und hat einen Low-Cut. Auch aufgrund des Schaumstoffschutzes besser, aber für die Abnahme eines Rockkonzerts ungeeignet.

Vorletzter Versuch: Das Tischrichtmikro ME32. Auch dieses ist auf Sprache ausgelegt, kann den Wind ganz gut ab und hat auch eine gute Richtwirkung mit Ausblendung von Störgeräuschen. Aber eben - an den Bässen mangelt es erheblich.

Um dann schließlich auszuschließen, dass es an der Elektronik der Kamera hängt, habe ich ein simples Kondensatormikrofon aus den 80ern drangehängt, das schon auf hunderten Bühnen im Einsatz war: perfekter Klang, keine Nebengeräusche, kein Windpoltern.

Für einen sauberen Videoton an der PEN führt also kein Weg an einem vernünftigen externen Mikro vorbei. Es wäre nett, wenn Olympus für diesen Zweck einen EMA mit aufgesetzter Blitzschuhhalterung auf den Markt bringen würde. Die Videomikros sind nämlich meistens genau auf diesen Zubehörschuh hin konstruiert. . Also: bitte einen EMA mit Blechlasche und ohne Mikros. Danke!

Kommentare

  1. Hallo Reinhard,

    Oly bewirbt das ME51S gerade mit seiner Windunempfindlichkeit?!

    Sehr merkwürdig.

    Viel Spaß bei Deinem Projekt. - Dieter

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  2. Jau, eben das ist es ja. Ich hatte vor ein paar Monaten schon ein Projekt mit dem SEMA-1 und da war der Ton auch hoffnungslos. Zudem ist der Klang zwar gut, aber das Mikro ist in T-Form angeordnet. Man erwischt also den Ton von links und den Ton von rechts - aber nicht von vorne. Will man also jemanden filmen, der vor einem steht, dann bekommt man nur den Reflexschall.

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  3. ...hast Du schon mal mit Kunstkopf-Stereophonie experimentiert?

    Die T-Form leuchtet mir schon ein.

    Neue Perspektiven, neue Fragen...

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  4. Ja, wenn's drum geht, Raumklang aufzunehmen, dann ist das eine super Sache. Aber für Videoton brauche ich halt eine Richtwirkung nach vorne - und zwar idealerweise abhängig von der Brennweite des Objektivs. Das gibt's natürlich nicht so einfach (wobei das theoretisch sogar möglich wäre, da der FT-Blitzport die Brennweite weitergibt) aber ein Videomic in T-Form ist auf jeden Fall die falscheste Lösung - denn der Ton kommt bei Video nie von rechts oder links.

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  5. Mein Gott, bist Du anspruchsvoll! ;-)

    Übrigens, die beiden schwarzen Punkte neben dem Olymus-Schriftzug sind die Mikrofoneingänge. Also hat das 'T' seine Berechtigung.

    Ich kenne noch die UHER-Report-Zeit, und die damit zusammenhängende Nachvertonungs-Chose...

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