E-PL1 mit 14-150 , Streetfotografie

Eigentlich sollte heute ja ein Tempelfest sein. Aber entweder habe ich die falschen Informationen bekommen (wahrscheinlich), oder der Tempel hat wegen Dauerregen das Fest abgesagt (eher unwahrscheinlich). Heute war ein Feiertag in Taiwan, das Ende vom Dragonboat Festival. Da hat es ganze Heerscharen von Menschen nach Danshui gezogen, ein kleines Küsten-/Hafenstädchen im Norden Taiwans. Das ist hier so, wie für Deutsche das hübsche Meersburg am Bodensee.

Ich bin zusammen mit meinen zwei Jungs per Fahrrad hingeradelt. Und natürlich mit der E-PL1 samt von Olympus Taiwan geliehenem 4-5,6/14-150 Objektiv. das es eigentlich noch gar nicht gibt. Sehr angenehm auf dem Fahrrad, die Gewichtsbelastung war minimal. Vielleicht 1/5 oder noch weniger gegenüber meiner E-3 , dem 12-60 und dem 50-200. Ich muss das doch glatt mal wiegen.

Aber das geringe Gewicht hat nach meinen heutigen Erfahrungen auch einen Nachteil: Man muss sich  trotz Stabi doch extrem auf eine ruhige Kamerahaltung konzentrieren, auch das Auslösen selbst sollte gemächlich erfolgen. Bei der PEN fehlt einfach die Trägheit der Masse: Soll heißen, dass ich überdurchschnittlich viele Bilder verrissen habe, trotz Stabi. Nehmen wir mal dieses hier:

Auf den ersten Blick scharf, aber beim genauen Hinschauen hat es eine Doppelkontur. 63mm, f5,6, 200 ISO. Stabi1 on, das müsste doch eigentlich reichen. Wenn man ruhig auslöst. Was habe ich heute gelernt? Kamera hoch, durchgucken und auslösen, wie bei der E-3, ist nicht. Bei der PEN heißt es, dazwischen ruhig bleiben, ausatmen und laaaangsam auslösen. Für schnelle Streetfotografie nicht unbedingt optimal, aber man kann sich dran gewöhnen. Diese hier sind viel besser:

1/80 sec, f5.4, 500 ISO, 67mm

1/80 sec, f5.6  400 ISO, 135mm

1/60 sec, f5.4  500 ISO, 80mm

1/80sec, f5.5  640 ISO, 90mm

1/125sec, f5.5  200 ISO, 90mm

1/30sec, f4.5  1600 ISO, 22mm

1/250 sec, f5.6  200 ISO, 150mm

1/60sec, f5.4  1600 ISO  63mm

1/160 sec, f4.5  200 ISO, 22mm

1/200 sec, f5.4  200Iso, 80mm

1/400 sec, f5.5  200 ISO  90mm

Ich habe noch eine Menge mehr Fotos, aber ich glaube, dass diese Auswahl einen schönen Querschnitt der typischen Streetfotografie zeigt. Für mich war es das erste Mal, dass ich mit einem "Superzoom" fotografiert habe. Was mich begeistern kann: Ohne lange in der Fototasche nach einem anderen Objektiv zu kramen, anzusetzen,...nur ein Dreh, und schon bin ich vom WW im Telebereich. Macht ja richtig Spaß! Ein wenig mehr Lichtstärke wäre schön, um besser freistellen zu können. Aber dann ist der handliche PEN Effekt wieder futsch.

Pixel peepen ist nicht mein Ding, das können andere machen. Für mich ist die Gebrauchstauglichkeit einer Objektiv/Kamera Kombination wichtig-ob da das eine oder andere CA aufblitzt, ist mir herzlich egal. Und ob die Schärfe in den Ecken ein wenig abfällt - wen kümmert das? Guckt euch mal hervorragende Reportagefotos im STERN oder sonstwo an: Die Bildwirkung und der richtige Moment ist wichtig, nicht das letzte Quentchen Schärfe! Alle Bilder oben sind übrigens direkt aus der Kamera.

Jetzt habe ich nur ein Problem: Ich muss das Objektiv am Freitag wieder abgeben. Dabei hätte ich es so gerne auf meinen Trip in den Himalaya nach Ladakh mitgenommen. Nicht , um die Siebentausender in einem Dreh vom Weitwinkel Panorama bis zum  Gipfelkreuz mit Tele zu fotografieren. Aber ich bin doch noch ein paar Tage in New Delhi! Und dort könnte dieses gewaltige Zoomchen Gold wert sein. Mal sehen, wie ich das jetzt drehe: Vielleicht lasse ich es mir  morgen offiziell klauen?  Oder es fällt mir versehentlich aus der Fototasche? Tut mir ja so leid, liebe Olympus Taiwan, aber was soll ich machen? Klar, den Schaden zahle ich... (Gibt es hier eigentlich keine Smileys in diesem Blog?)

Kommentare

  1. Jaja, der Schwund.... Wenn ich die PEN nicht Jan versprochen hätte, würde das Objektiv bei mir auch Wurzeln schlagen. Deine Fotos sind ultraklasse. Die machen richtig Lust...

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  2. Hallo Dirk,
    sehr tolle Fotos.

    Zu den Menschen-Portraits habe ich eine Frage:
    Bei Menschen habe ich persönlich meine Probleme, wenn ich mit meinem Equipment (E3 + z.B. 50-200) auf die fokussiere und sie dann "abschieße".
    Wie schätzt du den "Fotograf-Bemerkenfaktor" der zu Fotografierenden ein?

    Gerne lese ich auch die Meinungen nicht nur von Dirk - weil ich den gerade angesprochen habe.
    Ich meine nicht die Fotos, wo ich vorher ein Einverständnis der zu Fotografierenden eingeholt habe.
    Und wer nein gesagt hat, den lasse ich natürlich auch in Ruhe.

    Liebe Grüße aus dem mittlerweile verregneten Neuwied
    Rainer

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  3. Da gehört sicherlich viel Feingefühl dazu. Wenn ich merke, dass mein "Opfer" sich nicht fotografieren lassen will, höre ich natürlich sofort auf. Mit dem 50-200 - das ich ja für meine E-3 auch habe und bisher mein Standardobjektiv für solche Fotos war - ist man durch die 50mm mehr natürlich etwas besser dran, da evtl. weiter weg. (Das ist ein schön doppeldeutiger, widersinniger Satz...) Auf der anderen Seite fällt das große Objektiv mehr auf als das 14-150 Minimaxizoom. Wichtig ist, egal mit welchem Objektiv: Schnell muss man sein. Kamera hoch, dabei schon in etwa die richtige Brennweite einstellen, draufhalten, fertig. Wenn man es gemerkt hat, ein freundliches Lächeln und /oder das Bild zeigen. Asiaten sind in der Regel begeistert, Moslems könnten dich verhaun. Manchmal trickse ich auch: Ich bitte jemand aus meiner Familie - sofern dabei - sich so hinzustellen, dass ich knapp daran vorbei mein eigentliches Opfer anvisieren kann. Der/Die denkt dann, dass ich meine Frau fotografiere und schaut vielleicht noch interessierter zu...

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